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Milliardenverluste:Fannie Mae - ein schwarzes Loch

19 Milliarden Dollar Verlust in drei Monaten: Die Immobilienbank Fannie Mae wankt gewaltig. Jetzt muss mal wieder die US-Regierung helfen.

Krise überstanden? Von wegen. Während die US-Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan wieder prächtig verdienen, sieht die Lage bei dem Hypothekenfinanzierer Fannie Mae ganz anders aus. Das staatlich gestützte Institut hat im dritten Quartal erneut hohe Verluste geschrieben. Unter dem Strich habe ein Fehlbetrag von 18,9 Milliarden Dollar (12,71 Milliarden Euro) gestanden, teilte die Bank mit.

Fannie Mae, Foto: AP

Fannie Mae - ein Synonym für Geldvernichtung: Nach Milliardenverlusten muss erneut der Staat helfen.

(Foto: Foto: AP)

Nun will Fannie Mae die US-Regierung einmal mehr um finanzielle Hilfe bitten - konkret geht es um 15 Milliarden Dollar (zehn Milliarden Euro). Damit würden die Hilfen der Regierung auf insgesamt 60,9 Milliarden Dollar anwachsen. Die Aktien des Hypothekenfinanzierers brachen nachbörslich um mehr als sieben Prozent ein.

Vom Staat gerettet

Das erneute Quartalsminus verdeutlicht die Schwierigkeiten von Fannie Mae, gegen die steigende Zahl an Kreditausfällen anzukämpfen und zugleich den Häusermarkt zu stabilisieren. Wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit können immer mehr Hausbauer ihre Schulden nicht abbezahlen. Deshalb erhöhte das Unternehmen auch seine Rückstellungen für Problem-Kredite.

Der größte Hypothekenfinanzierer der USA war wie auch der Zwillingskonzern Freddie Mac im September 2008 im Zuge der Finanzkrise durch staatliche Hilfe vor dem Kollaps bewahrt worden. Die US-Regierung wollte damit den ins Rutschen geratenen Immobilienmarkt stützen und weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten verhindern.

Zusammen stehen Fannie Mae und Freddie Mac etwa hinter jedem zweiten Immobilienkredit, der in den USA vergeben wird. Daher sind die beiden Banken enorm wichtig für die Pläne von US-Präsident Barack Obama zur Stabilisierung des US-Häusermarktes. Bei dem etwas kleineren Institut Freddie Mac wird in den kommenden Tagen ebenfalls ein weiterer Quartalsverlust befürchtet.

© sueddeutsche.de/Reuters/dpa/tob

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