Lehman Brothers Dienstag, 9. September 2008

Dienstag, 9. September 2008

Ein Vertreter der südkoreanischen Regierung gibt offiziell bekannt, dass die KDB die Verhandlungen mit Lehman abgebrochen hat.

Danach geht es Schlag auf Schlag: Die Kosten für die Absicherung von Lehman-Krediten explodieren förmlich. Für Anleger ist das gewöhnlich das Zeichen, dass es schlimm um ein Unternehmen steht.

"Agenturen machen Lärm"

Selbst Gläubiger, die Lehman nur kurzfristig Geld geliehen haben, setzen die Kreditlinien herab. Die beiden wichtigen Ratingagenturen Fitch und Standard and Poor's drohen eine Herabsetzung des Ratings an.

Fuld wird hektisch: Die Agenturen "machen Lärm", sagt er in einem Telefonat mit BoA-Chef Lewis und kündigt an, dass Lehman die Veröffentlichung der Ergebnisse vorziehen müsse.

Und dann geschieht das, was Lehman gerne verhindert hätte: JP Morgan fordert weitere fünf Milliarden Dollar an Sicherheiten. Fuld sagt zu, drei Milliarden sofort bereitzustellen, zwei Milliarden sollen später kommen.

Morgens hatte die Aktie noch über dem Vortagesniveau eröffnet, bis zum Abend verliert sie fast die Hälfte ihres Wertes.

Der Kollaps des Aktienkurses verunsichert einen weiteren strategischen Partner, die Investment Corporation of Dubai (ICD), derart stark, dass er eine Auszeit bei den Verhandlungen einfordert.

Nachmittags trifft sich das Lehman-Board. Eigentlich soll Finanzchef Ian Lowitt dort einen Lagebericht abliefern. Aber er hat keine Zeit: Er muss eilig die vorgezogene Veröffentlichung der Ergebnisse vorbereiten.

Fuld sagt, dass es "zwei potentielle Partner" aus dem Inland gibt; darunter auch die BoA. Der andere ist im Protokoll nicht vermerkt, doch es dürfte sich um Morgan Stanley handeln.

Die Lehman-Aktie halbiert sich fast auf 7,79 Dollar.