Infineon Die Infineon-Aktie ist schwer einschätzbar

Die französische Bank Cheuvreux hat das Kursziel für die Aktie zuletzt von 5,50 auf sechs Euro angehoben, die UBS empfiehlt die Aktie zum Kauf, die Citigroup hat das Kursziel von 5,40 auf 6,50 Euro je Aktie erhöht und empfiehlt die Aktie zumindest zu halten. Euphorie hört sich anders an, es überwiegt jedoch ein positiver Grundton.

Marco Günther von der Hamburger Sparkasse (Haspa) will sich diesem nicht anschließen. "Ich sehe der Entwicklung der einzelnen Abnehmerbranchen nicht ganz so optimistisch entgegen", erklärt er. Deshalb hat die Haspa die Aktie ebenfalls nur auf "halten" eingestuft. "Das Unternehmen hat sich herausgeschält und das wird honoriert an der Börse", urteilt Günther. Jedoch wäre es bei einem Titel wie Infineon schwer abzuschätzen, wie er sich weiterentwickle.

Leichte Turbulenzen für die Aktie

Ruhig geworden ist es um den Chiphersteller bisher nicht. Im Februar sorgte eine Kampfabstimmung um den Chefposten im Aufsichtsrat auf der Aktionärshauptversammlung für Unruhe.

Der scheidende Aufsichtsratchef Max Dietrich Kley hatte den ehemaligen Siemens-Vorstand Klaus Wucherer als seinen Nachfolger nominiert. Eine britische Investorengruppe war mit Wucherer jedoch nicht einverstanden und schlug den Finanzvorstand des Automobilzulieferes ZF Friedrichshafen Willi Berchtold vor. Letztendlich setzte sich Wucherer gegen seinen Konkurrenten durch.

Seit vergangener Woche klagt die japanische Chipfirma Elpida Memory wegen Patentrechtsverletzungen gegen Infineon, die ihrerseits schon seit Februar denselben Vorwurf gegen die Japaner richten.

Für die Aktie waren das jedoch nur leichte Turbulenzen. Ende März überschritt der Kurs die Fünf-Euro-Marke, derzeit steht sie bei 5,20 Euro. Vor zehn Jahren, im März 2000, ging das Unternehmen an die Börse: Die Anleger prügelten sich regelrecht um die Aktie. Ihr Ausgabepreis betrug 35 Euro, der erste Kurs lag bei 70,20 Euro. Das war zu Zeiten den Börsenbooms. Gemessen daran hat Infineon noch einiges aufzuholen.