HRE: Rücktritt von Axel Wieandt Die gespaltene Bank

Axel Wieandt, der Ex-Chef der Hypo Real Estate, wollte den Immobilienfinanzierer führen wie eine private Bank - doch da hat der Bund als Eigentümer nicht mitgemacht.

Ein Kommentar von Martin Hesse

Nur ein halbes Jahr nachdem der Bund die Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) komplett übernommen hat, ist das Projekt Staatsbank schwer beschädigt. Der Rücktritt von Vorstandschef Axel Wieandt einen Tag vor der Präsentation der Jahreszahlen legt einen Grundkonflikt offen, an dem die Sanierung der HRE scheitern könnte: Wieandt wollte den Immobilienfinanzierer führen wie eine private Bank.

Der Eigentümer Bund sieht sich als Anwalt der Steuerzahler, die der HRE aus der Patsche geholfen haben. Ihnen wäre nicht zu vermitteln, dass HRE-Manager Boni erhalten, während die Bank noch immer Verluste macht.

Die Haltung beider Seiten ist verständlich. Wieandt hat die HRE nicht an die Wand gefahren, vielmehr hat er einen gut dotierten Posten in der Führung der Deutschen Bank aufgegeben, um einen der schwersten Sanierungsfälle der Bankengeschichte zu übernehmen.

Ähnliches gilt für andere Bankmanager, die heute in der HRE arbeiten. Deswegen wäre es ein Fehler, Bonuszahlungen pauschal abzulehnen. So bestraft man mit die falschen und gefährdet die Sanierung.

Den Steuerzahlern ist nicht damit gedient, die Krisenmanager zu vergraulen. Auf Wieandt könnten andere folgen. Dabei geht es nicht nur um Gehälter, sondern auch um die Frage, wie stark der Bund in die Strategie hineinregiert.

Es ist nachvollziehbar, dass der Bund bei der HRE besonders genau hinsieht, ob sie sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Schließlich hat der Staat als Eigentümer der Landesbanken zu oft weggeschaut. Doch er wird sich sehr schwer tun, ein Management zu finden, das gleichermaßen das Vertrauen der Steuerzahler, der Kunden und der Kapitalmärkte genießt.