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Hausbau:Riskantes Bauen bei Minusgraden

Hausbau im Winter? - Es kommt auf die Witterung an

Winterruhe? Das war mal, gebaut wird heutzutage das ganze Jahr über.

(Foto: Arno Burgi/dpa)

Sachverständige beobachten bei ihren Kontrollen häufig frostbedingte Schäden. Putze und Estriche wurden oft falsch verarbeitet und hatten nicht ausreichend Zeit zum Aushärten.

Die Winterruhe auf dem Bau gehört weitgehend der Vergangenheit an. Heute arbeiten Bauunternehmen meist das ganze Jahr hindurch, denn schließlich ist Zeit Geld. Und auch die Bauherren machen Druck. Doch es gibt das Risiko, dass die eingesetzten Baustoffe unter frostigen Bedingungen mangelhafte Ergebnisse liefern, wie der Verband Privater Bauherren (VPB) feststellt.

Dessen Sachverständige beobachten bei ihren Baukontrollen häufig frostbedingte Schäden, weil Putze und Estriche falsch verarbeitet würden und nicht ausreichend Zeit zum Aushärten hätten. Zu den typischen Mängeln gehörten Risse, unzureichende Erhärtung und Festigkeit, fehlende Untergrundhaftung und Hohlstellenbildung. Maßgeblich für die Verarbeitungstemperatur seien nicht nur die Lufttemperatur rings ums Gewerk, sondern auch die Außentemperatur und die Bauteiltemperatur, erläutert der VPB. Das sei eine komplexe Mischung, die die Bauarbeiter im Blick behalten müssten. Bauherren, die ihren Hausbau in einem Bautagebuch dokumentieren, sollten gerade in der Übergangszeit stets auch die Außenluft- und die Raumlufttemperaturen sowie die relative Luftfeuchte innen mit dokumentieren, rät der Verband. Preiswerte Datenlogger, einer innen, einer außen, sammelten die nötigen Kenngrößen und erlaubten im Ernstfall, die Ursache für etwaige Mängel zu rekonstruieren. Habe die Firma die Baustoffe falsch eingesetzt, müsse sie die Schäden auch wieder in Ordnung bringen.

© SZ vom 30.11.2019 / SZ/dpa

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