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Geldanlage:Fonds weg - was tun?

Wenn Investmentgesellschaften einen Fonds auflösen, kann dies für Verbraucher erhebliche Nachteile mit sich bringen.

Die deutsche Fondsbranche wird in diesem Jahr einige Produkte vom Markt nehmen, um Kosten zu sparen. Weil viele Fonds stark an Wert verloren und Sparer Kapital abgezogen haben, lohnt sich die Verwaltung mancher Produkte nicht mehr.

Aktienkurse, ddp

Sinkende Kurse: Die Fondsbranche nimmt dieses Jahr einige ihrer Produkte vom Markt.

(Foto: Foto: ddp)

Manchmal stimmt auch die Performance nicht. Bei der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, soll die Rentenfondspalette eingedampft werden, dasselbe betrifft die Geldmarktfonds.

Auch durch die Fusion der Allianz-Fondstochter Allianz Global Investor mit dem Vermögensverwalter der Commerzbank, Cominvest, sollen rund 100 Fonds vom Markt genommen werden. Betroffene Sparer werden über Schließungen schriftlich informiert. Die wichtigsten Fragen:

Was bedeutet eine Fondsauflösung?

Die Fondsgesellschaft nimmt den Fonds endgültig vom Markt. Das ist nicht zu verwechseln mit einer temporären Fondsschließung, wie sie zuletzt bei offenen Immobilienfonds eingeführt wurde, um massive Kapitalabflüsse zu unterbinden.

Wie läuft die Fondsauflösung ab?

Die Kapitalanlagegesellschaft ist berechtigt, die Verwaltung eines Fonds zu kündigen. Die geplante Fondsschließung wird im elektronischen Bundesanzeiger und im Jahres- oder Halbjahresbericht bekanntgegeben. "Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate laut Paragraph38 Investmentgesetz", heißt es beim Branchenverband BVI.

Welche Folgen hat die Fondsauflösung?

Eine Fondsauflösung gilt steuerlich als Verkauf, selbst wenn der Anleger das Kapital sofort in einen anderen Fonds steckt. Der Erlös aus dem Verkauf ist zwar steuerfrei, wenn die Anteile vor Ende 2008 gekauft wurden und mindestens zwölf Monate gehalten wurden. Will der Sparer das Kapital aber wiederanlegen, dann sind künftige Erträge abgeltungsteuerpflichtig, was ein klarer Nachteil wäre. "Mir sind in Deutschland aber keine Fälle bekannt, in denen eine Fondsgesellschaft den Fonds einfach dichtmacht", sagt BVI-Sprecher Andreas Fink. Man wolle schließlich die Kunden behalten. Deshalb wird die Gesellschaft in aller Regel ein Angebot unterbreiten, um so den Steuernachteil zu vermeiden. Der zu schließende Fonds wird mit einem anderen Fonds verschmolzen.

Welche Regeln gelten für die Verschmelzung?

Es dürfen nur ähnliche Produkte miteinander verschmolzen werden, beide Fonds müssen zur selben Kapitalanlagegesellschaft gehören, und die Anlagegrundsätze sowie die Verwaltungsgebühren dürfen nicht markant voneinander abweichen. Die Finanzaufsicht Bafin überwacht das Vorgehen.

Hat die Verschmelzung Nachteile?

Der Anleger ist nicht mehr in seinem ursprünglichen Fonds investiert; das neue Produkt weist zwar Ähnlichkeiten auf, ist aber nicht identisch. Das könnte man als Nachteil begreifen, schließlich hatte der ursprüngliche Kauf ja einen Grund. Andererseits ist eine Verschmelzung auch im Interesse des Anlegers, weil durch den Zusammenschluss das Fondsvolumen ansteigt und damit die festen Kosten der Fondsadministration auf eine größere Basis verteilt werden.