Fehler bei der Deutschen Bank 35.000 Euro für die Kontoführung

Die Deutsche Bank hat "aus Versehen" einer Reihe von Kunden am ersten April für die Kontoführung Tausende Euro abgebucht. Ein Aprilscherz? Eher nicht.

Von Andrea Rexer, Frankfurt

Man kann schon mal verzweifeln, wenn man im Privatkundenbereich einer Bank arbeitet. Die Kunden wollen nur noch Gratis-Konten und berechnet man ihnen Überziehungszinsen, schreien sie laut auf. Und mit dicken Provisionen für windige Finanzprodukte ist es seit der Finanzkrise auch vorbei. Besonders viel verdienen lässt sich aus Sicht einer Bank in Deutschland mit Privatkunden also nicht. Da könnte man schon mal einen dicken Finger bekommen und den Kunden so richtig Gebühren aufdrücken, oder?

Freilich darf man der Deutschen Bank solche Gedanken nicht unterstellen. Dennoch ist es bezeichnend, wenn der Branchenprimus "aus Versehen" gleich einer ganzen Reihe von Kunden am ersten April für die Kontoführung mehrere Tausend Euro abbucht. Auf einen Rutsch. Die Deutsche Bank gibt das Missgeschick offen zu, es handele sich dabei um "einzelne Kunden", betonte eine Sprecherin. Keinesfalls sei das eine nennenswerte Anzahl, heißt es in der Bank. Doch wie viele "einzelne Kunden" bei einem Kundenstamm von 23 Millionen Privat- und Geschäftskunden in Deutschland sind, ist ein dehnbarer Begriff.

Einer dieser "Einzelnen" jedenfalls wurde blass, als er im Online-Banking feststellen musste, dass ihm statt der gewöhnlichen 13 Euro Quartalsgebühr satte 35 000 Euro für die Kontoführung abgebucht worden sind. Das Konto war dick im Minus, der Geldautomat spuckte keinen Cent mehr aus. "Ich habe gerade noch zehn Euro in bar in der Tasche", sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Der Kundenbetreuer und die Presseabteilung entschuldigten sich und versicherten, dass das Problem zeitnah behoben werde. Und tatsächlich: Am Abend war die Gutschrift wieder auf dem Konto - abzüglich der echten Kontoführungsgebühr und weiteren Gebühren für verschiedene Produkte. Rund 50 Euro gingen unter dem Strich ab.

Die Ursache des Problems? Bleibt im Dunkeln. Ein Fehler in der just am ersten April neu gestarteten Service-Einheit, unter deren Dach alle Tochter-GmbHs des Privatkundengeschäfts zusammenlaufen? Oder doch einfach ein IT-Problem? Der betroffene Kunde jedenfalls vergleicht nun erst einmal, ob es Banken gibt, die Kontoführung günstiger anbieten, unabhängig von der Fehlbuchung. "Das war ja wohl ein Aprilscherz", sagt er. Ein gelungener aber wohl eher nicht.