Esch-Fonds: Ärger mit Investoren Revolte gegen den "heiligen Josef"

Mit Schuhmogul Deichmann hat Josef Esch bereits Zoff, folgen nun weitere Anleger? Offenbar wollen mehrere Investoren ihn als Geschäftsführer ihrer Fonds absetzen.

Mit seinen Fonds hat der Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch derzeit jede Menge Ärger. Genauer gesagt: mit deren Anteilseigner. Vor knapp zwei Wochen hatte die Schuh-Unternehmerfamilie Deichmann bestätigt, die Initiatoren des Oppenheim-Esch-Fonds zu verklagen. Jetzt proben weitere Investoren den Aufstand gegen den schillernden Fondsinitiator, berichtet das Handelsblatt.

Josef Esch hat für seine Fonds jahrelang mit der Privatbank Sal. Oppenheim zusammengearbeitet. Jetzt hat die Deutsche Bank das Institut gekauft.

(Foto: Foto: ddp)

Die Anteilseigner werfen Esch, der dem Manager Magazin zufolge auch ehrfürchtig "heiliger Josef" genannt wird, Misswirtschaft vor und wollen ihn als Geschäftsführer der Fonds absetzen, heißt es in dem Bericht. Ähnlich klang bereits die Stellungnahme der Familie Deichmann. Sie wies seinerzeit in der Kölnischen Rundschau darauf hin, dass "Zusagen, die uns bezüglich der wirtschaftlichen Ergebnisse dieser Anlagen gemacht wurden, in keinster Weise eingehalten worden sind."

Neben der Causa Deichmann liegt nun eine weitere Klage vor, heißt es im Handelsblatt. Ein Sprecher der Oppenheim-Esch-Gruppe bestätigte dies der Finanzzeitung, wollte den Fall jedoch nicht weiter kommentieren. Die Identität des zweiten Klägers ist dem Bericht zufolge nicht geklärt.

Zorn bei Karstadt-Investoren

Zudem gibt es Spekulationen, dass auch die Verlegerfamilie DuMont gegen Esch klagen wolle, schreibt das Handelsblatt weiter. Doch DuMont schweigt. "Das ist eine Privatangelegenheit der Gesellschafter", sagte eine Konzernsprecherin. Die Verlegerfamilie soll mit einem Prozent an dem Oppenheim-Esch-Fonds für die Kölnarena beteiligt sein.

Auch die Investoren des Karstadt-Fonds in Potsdam haben genug von Esch. Ein Beteiligter sagte dem Handelsblatt, die Anteilseigner hätten eine Gesellschafterversammlung einberufen, um den Immobilienmogul als Geschäftsführer abzusetzen. "Esch hat es über die Geschäftsführung und andere Dienstleistungen geschafft, sich zum Nachteil der Investoren viel Geld in die Tasche zu stecken." Ein Sprecher der Oppenheim-Esch-Gruppe wies die Vorwürfe dem Bericht zufolge als unzutreffend zurück.

Die Wut der Anleger trifft auch die Deutsche Bank. Denn Esch hatte seine Fonds zusammen mit dem Privatinstitut Sal. Oppenheim aufgelegt, das mittlerweile von Deutschlands führender Privatbank übernommen wurde. "Die Deutsche Bank lässt ihre neuen Kunden im Regen stehen", stänkerte ein Oppenheim-Esch-Anleger im Handelsblatt, der die Unterstützung der Bank im Fall Esch vermisst. Die Deutsche Bank wollte die Vorwürfe demnach nicht kommentieren.