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Ehegattensplitting:Gemeinsam lebt sich's günstiger

Mit dem Ehegattensplitting lässt sich viel Geld sparen. Noch gilt es nicht für homosexuelle Lebensgemeinschaften, heterosexuelle Paare profitieren schon jetzt. Wie das Splitting funktioniert - ein Überblick.

Konrad Adenauer hat sich mit dem Ehegattensplitting viel Zeit gelassen. Im Jahr 1958 führte seine Regierung die neue Regelung im Steuergesetz ein. Sie sollte Ehepaaren einen Vorteil bei der Einkommensteuer verschaffen. Grund war ein Urteil, das das Bundesverfassungsgericht schon 1951 gesprochen hatte. Damals forderten die Richter Adenauers Regierung auf, Ehegatten bei der Einkommensteuer nicht zu benachteiligen. Sieben Jahre dauerte es, bis das neue Gesetz kam. Diskutiert wird darüber bis heute: Sollen auch homosexuelle Paare die Vorteile gemeinsamer Besteuerung in Anspruch nehmen dürfen, wenn sie in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben? Die Frage spaltet nun die Regierung von Angela Merkel.

ehegattensplitting

Das Ehegattensplitting bringt am meisten, wenn sich die Einkommen der Partner stark unterscheiden.

Bislang kommen nur heterosexuelle Ehepaare in den Genuss der steuerlichen Entlastung durch das Splitting. Sie können wählen, ob sie einzeln oder gemeinsam besteuert werden wollen. Welche der beiden Möglichkeiten besser ist, hängt vor allem vom Einkommen der Ehepartner ab - und davon, wie groß der Unterschied zwischen beiden Gehältern ist. Wichtig ist auch, ob ein Partner bereits eine Rente oder eine Pension bezieht und in welcher Höhe das Ehepaar Sonderausgaben geltend machen kann.

Warum gibt es das Ehegattensplitting?

Das liegt zum einen daran, dass das deutsche Steuerrecht die sogenannte Progression vorsieht. Das bedeutet: Je höher das Einkommen eines Steuerpflichtigen ist, desto höher ist auch sein Steuersatz. Zum anderen können Ehepaare in Deutschland zusammen veranlagt werden. Sie werden dann wie ein Steuerpflichtiger behandelt. Würde man dabei jedoch nur ihre Einkommen zusammenzählen, würden sie wegen der Progression sehr hoch besteuert. Das Ehegattensplitting vermeidet das: Es ist ein Weg, einen gemeinsamen Steuersatz für das Ehepaar festzulegen. Dieser ist genauso hoch wie der Satz für einen einzelnen Steuerpflichtigen, der halb so viel verdient wie das Ehepaar.

Wie funktioniert das Splitting?

Um die Steuer mit Ehegattensplitting zu berechnen, werden zunächst die Einkünfte der Partner zusammengezählt, diese Summe wird anschließend wieder halbiert. Auf das halbierte Einkommen wird dann der Steuersatz angewandt und die Steuer berechnet. Die wird dann wieder verdoppelt. Haben also beide Partner zusammen ein Einkommen von 80.000 Euro, wird zunächst die Steuer auf 40.000 Euro berechnet. Zahlen muss das Ehepaar das Doppelte dieses Betrages.