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Dorfversteigerung in Internet:Keiner will Liebon

Ein halbes Jahr nach dem Beginn der Internet-Auktion nennt die Besitzerfamilie Schmidt den Kaufpreis "verhandelbar".

Das Echo übertraf alle Erwartungen. In ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz berichteten im Frühjahr die Medien über die Dorfversteigerung in Internet. Familie Schmidt aus Liebon, einem Vierseitenhof zwischen Kamenz und Bautzen mit eigenen gelben Ortsschildern, hatte auf der Auktionsplattform Ebay eine Anzeige geschaltet: "Einmalig!!! Kaufen Sie sich Ihr eigenes Dorf!".

Nach wenigen Tagen lief der Besucherzähler der Seite heiß, die Schmidts wurden mit Dutzenden Kaufanfragen überschüttet. Fast wollten sie den Verkauf abbrechen, weil sie sich all dem Stress nicht gewachsen fühlten.

"Wegen Untätigkeit" den Laufpass gegeben

Doch so schnell der Medienrummel kam, so schnell ebbte das öffentliche Interesse auch wieder ab. Eigentlich wollten Carsten und Alexandra Schmidt bis zum Sommer alles hinter sich haben und mit ihren Kindern in Richtung Cottbus ziehen. Ein Käufer hat sich bis heute - ein halbes Jahr nach der ersten Anzeige - aber noch nicht gefunden. Ihre Familie sitze nach wie vor "auf gepackten Koffern", könne jederzeit ausziehen, sagt Alexandra Schmidt. Trotz verlockender Extras wie Brunnen, Spielplatz, Swimmingpool und schneller Internetanbindung bleiben die Angebote aber aus.

Enttäuscht gab das Paar im Mai seinem Makler "wegen Untätigkeit" den Laufpass und suchte sich einen neuen. Vermeintlich verprellte Interessenten für das Dorf, das zur Gemeinde Göda gehört, konnten jedoch nicht überzeugt werden. "Wir müssen wohl weiter Geduld haben", sagt Schmidt. Vielleicht sei der knappe Zeitplan doch etwas vermessen gewesen. Jeder potenzielle Käufer habe schließlich tausend Sachen zu prüfen, etwa dass der - nicht vorhandene - Denkmalschutz nicht doch die nötige Sanierung behindere.