Berufsunfähigkeitsversicherung So schützen Sie sich vor Berufsunfähigkeit

Wer zu krank ist, um zu arbeiten, dem kann eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit helfen

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Wer dauerhaft krank wird und nicht mehr arbeiten kann, gerät schnell in Not. Dagegen gibt es Versicherungen - doch die haben etliche Hürden. Hier sind fünf Tipps.

Von der Finanztip-Redaktion

Viele versichern ganz selbstverständlich ihr Auto gegen einen Totalschaden, viel weniger dagegen ihre eigene Gesundheit. Wer denkt schon gerne darüber nach, dass er einmal chronisch krank werden könnte? Während es bei einem zu Schrott gefahrenen Auto vielleicht um ein paar 10 000 Euro Schaden gehen kann, geht es an die Existenz, falls jemand nicht mehr arbeiten kann. Über die Jahre gerechnet kommen schnell mehrere 100 000 Euro zusammen.

Auf die staatliche Erwerbsminderungsrente können die meisten Arbeitnehmer nicht mehr bauen. Diese beträgt für neue Rentner durchschnittlich bloß noch 630 Euro im Monat. Die ideale Absicherung bietet dagegen eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Wer sich einmal durchgerungen hat, eine solche abzuschließen, darf keine Fehler bei den persönlichen Angaben machen und muss sich durch ein unübersichtliches Tarifdickicht kämpfen. Wie Verbraucher sich dabei am besten verhalten.

Tipp 1: Mit Beratung viel Geld sparen

In den vergangenen 15 Jahren sind BU-Verträge immer besser geworden. Das schlägt sich auch im Preis nieder: Der Schutz kostet oft viel, und die Beitragsunterschiede sind enorm. Eine 35-jährige Bürokauffrau, die sich mit 1500 Euro Rente absichern möchte, zahlt beim günstigsten guten Angebot 73 Euro im Monat. Beim teuersten sind es 153 Euro - also mehr als doppelt so viel.

Weil bei der Berufsunfähigkeitsversicherung vor allem die Leistung zählt, sollten Interessenten auch das Kleingedruckte vergleichen. Anders als eine Kfz-Versicherung oder eine Haftpflichtpolice sollten Verbraucher eine BU nicht auf eigene Faust abschließen. Es lohnt sich, dabei die Hilfe eines Maklers in Anspruch zu nehmen.

Tipp 2: Bei den Vorerkrankungen ehrlich sein

Wer nicht kerngesund ist, hat es schwerer. Denn vor jedem Vertragsabschluss stehen umfangreiche Gesundheitsfragen. Schon eine Sitzung beim Therapeuten nach dem Tod der Eltern kann die Aussichten auf einen BU-Vertrag verhageln.

Verschweigen hilft trotzdem nichts, denn dann kann die Versicherung im schlimmsten Fall die Zahlung verweigern. Besser ist: die BU abschließen, solange man noch jung und gesund ist. Dann ist auch der Beitrag noch vergleichsweise günstig. Bevor sie die Gesundheitsfragen beantworten, sollten Interessenten unbedingt ihre Krankenakten bei ihren Ärzten anfordern und mit dem Hausarzt durchgehen. Manchmal stehen da auch falsche Dinge drin, die sich bereinigen lassen - zum Beispiel, weil eine bestimmte Diagnose eine höhere Vergütung für den Arzt einbrachte. Die Versicherung wird die Krankenakten ebenfalls anfordern, sobald es um die Auszahlung der BU-Rente geht.

Tipp 3: Nicht von einer Ablehnung entmutigen lassen

Auch für schwierige Fälle lässt sich oft eine BU-Versicherung finden. Wie Versicherungen mit Vorerkrankungen oder gefährlichen Hobbys umgehen, unterscheidet sich nämlich von Anbieter zu Anbieter enorm. Mit einer anonymen Risikovoranfrage kann ein Makler herausfinden, welcher Versicherer den besten Schutz anbietet. Und das ohne persönliche Daten preisgeben zu müssen. Manchmal kann auch der Arbeitgeber zur Berufsunfähigkeitspolice verhelfen. Einige Firmen haben Gruppenverträge geschlossen, über die ihre Mitarbeiter eine BU fast ohne Gesundheitsfragen bekommen.

Tipp 4: Wenn nichts mehr geht: Alternativen prüfen

Klappt es nicht mit der BU, bleibt ein abgespeckter Schutz. Es gibt mehrere Alternativen: Die beste ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU). Diese zahlt aber erst, wenn der Betroffene gar keinen Job mehr ausüben kann und nicht wie bei der BU nur in seinem Beruf nicht mehr einsetzbar ist. Deshalb ist die EU gerade für körperlich Arbeitende deutlich günstiger. Weitere Optionen sind eine Dread-Disease-Police, die nur bei Krankheiten wie Krebs oder Schlaganfall einspringt, oder eine Grundfähigkeitsversicherung. Letztere zahlt, falls jemand beispielsweise nicht mehr gehen oder tragen kann.

Tipp 5: Schließen Sie vorab einen Rechtsschutz ab

Kommt es wirklich so weit, dass jemand nicht mehr arbeiten kann, stellt sich manche Versicherung erstmal stur und verweigert die Leistung. Schließlich geht es um viel Geld. Um für einen solchen Streitfall gewappnet zu sein, sollten Verbraucher über eine Rechtsschutzversicherung nachdenken. Sie übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten und erleichtert es, Ansprüche juristisch durchzusetzen. Wer schon beim Beantragen der BU-Rente alles richtig macht, hat bessere Chancen auf eine schnelle Leistung. Es lohnt sich, dafür einem Fachanwalt für Versicherungsrecht zu konsultieren oder zumindest einen spezialisierten Honorarberater.

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