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Aktien, Fonds und Zertifikate:Alternativen zum Kauf von physischem Gold

Labourers work at a mine believed to contain gold in Minna

Aktien von Goldminen-Gesellschaften können eine Wertanlage sein. Im Bild: Goldmine in Minna, Niger.

(Foto: Reuters)

Wer Gold nicht in erster Linie als Notpfennig anlegen will, kann mit Papieren auf den Wertzuwachs spekulieren. Das spart die Lagerung, birgt neben Preis- und Währungsschwankungen aber weitere Risiken.

Goldminenaktien:

Wer schon immer eine Goldgrube besitzen wollte, kann sich diesen Traum mit Goldminenaktien erfüllen. Sie werden von Gesellschaften ausgegeben, die Gold suchen oder fördern.

Vorteile: Wenn neue Goldreserven entdeckt werden oder der Goldpreis steigt, wachsen die Gewinne überproportional. Auch kleine Investitionssummen lohnen sich und Dividendenzahlungen sind denkbar.

Nachteile: Kursverluste können bis zum Totalverlust führen. Nicht immer sind diese durch das Unternehmen verschuldet. Auch eine Verstaatlichung der Minen oder Umweltproteste können die Gesellschaften hart treffen. Wenn Sie sich als risikoscheu einschätzen, empfehlen sich eher Goldminen-Fonds - diese investieren in verschiedene Minen und Gesellschaften und sind weniger abhängig vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens.

(Physische) Gold-ETFs:

In Gold anlegen, ohne es zu lagern - diese Möglichkeit bieten Gold-ETFs. Anbieter sammeln das Geld vieler Anleger und investieren es komplett in physisches Gold. Häufig können Sie sogar detaillierte Listen mit den Seriennummern der Barren einsehen. ETF steht für Exchange Traded Fund, einen börsengehandelten Indexfond. Das Fondsvermögen bildet den Goldpreis ab.

Vorteile: Kauf- und Verkauf ist leichter abzuwickeln als bei physischem Gold. Der Anbieter kauft große Barren und gelangt daher nah an den Spotpreis . Zudem werden ETFs als Sondervermögen behandelt. Das heißt: Wenn der Herausgeber des Wertpapiers zahlungsunfähig wird, ist der Goldbestand rechtlich geschützt und die Gläubiger können ihn nicht untereinander aufteilen.

Nachteile: Die Mindestausliefermenge liegt häufig bei einem 12,4-kg-Standardbarren. Zudem sind ETFs, die zu 100 Prozent in physisches Gold investieren, in Deutschland nicht zugelassen und das Gold wird nur im jeweiligen Inland geliefert. Der Standort hat weitere Nachteile. In der Regel werden Erträge bei ETFs nämlich nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert. Die fällige Abgeltungssteuer wird im Ausland aber nicht automatisch einbehalten. Das heißt, dass Sie sich um viel Papierkram kümmern müssen - vor allem, wenn Sie bei Veräußerung Ihrer Anteile am Ende nicht doppelt zahlen wollen.

Gold-ETCs:

ETCs steht für Exchange-Traded-Commodities, börsengehandelte Rohstoffe. Diese Anlageform ähnelt den ETFs. Auch hier soll die Entwicklung des Goldpreises abgebildet werden. Allerdings kann der Emittent das Kapital nicht nur mit physischem Gold, sondern zu einem Teil auch mit Lieferansprüchen auf Gold decken. Ein bekanntes Beispiel für ETCs ist das von der Deutschen Börse Commodities GmbH ausgegebene Xetra-Gold.

Vorteile: Kauf- und Verkauf können schneller und näher am Spotpreis realisiert werden als bei physischem Gold. Wer sich sein Gold ausliefern lassen will, profitiert von geringeren Mindestausliefermengen als bei ETFs. Bei Barren von einer Unze sind die Handelsspannen aber mit dem Direkterwerb vergleichbar.

Nachteile: Anders als bei ETFs handelt es sich um besicherte, befristete Schuldverschreibungen und nicht um Sondervermögen. Geht der Emittent pleite, gehört Ihre Investition zur Insolvenzmasse und Sie gehen im Zweifel leer aus. Aufgrund der Besicherung mit Buchgoldansprüche kann es passieren, dass bei einem krisenbedingten Goldmangel keine Lieferung möglich ist.

Goldfonds und Zertifikate

Goldfonds:

An deutschen Börsen gehandelte Goldfonds wie der Hansagold-Fonds der Hansa-Invest decken bis zu 30 Prozent des Vermögens mit Barren, der Rest wird in Wertpapiere mit Goldbezug und Platin, Palladium und Silber investiert. Fonds, die zu 100 Prozent in physisches Gold investieren, sind hierzulande nicht zugelassen, weil nach deutschem Gesetz Anlagen in einem Fonds breit gestreut sein müssen. Wer sein gesamtes Vermögen mit Gold besichert sehen will, wird zum Beispiel an der Börse in Zürich fündig. Fonds wie der Schweizer Julius Bär Physical Gold Fund sind mit ETFs vergleichbar. Das Gold eines Fonds darf nicht oder nur zu geringen Mengen verliehen werden.

Vorteile: Das Kapital der Fondsanleger gilt als Sondervermögen. Geht der Anbieter insolvent, brauchen Sie sich um Ihre Investitionen nicht zu sorgen.

Nachteile: Durch Ausgabeaufschläge und Managementgebühren muss ein recht hoher Aufpreis auf den Anteilswert entrichtet werden. Bei ausländischen, geschlossenen Fonds ist die Besteuerung ähnlich kompliziert wie bei ETFs. Das Risiko steigt mit sinkendem Anteil der physischen Gold-Investition.

Zertifikate:

Gold-Zertifikate verbriefen die Teilhabe an der Kursentwicklung des Goldpreises oder anderer Finanzinstrumente. Sie werden als Inhaberschuldverschreibungen zum Beispiel von Banken ausgegeben. Auch der Rückkaufpreis orientiert sich an der Kursentwicklung des Basiswertes. Aber: Der Emittent muss keineswegs in physisches Gold investieren. Zertifikate können sehr unterschiedliche Eigenschaften haben, es gibt sie besichert oder unbesichert, mit beschränkter oder unbeschränkter Laufzeit, mit oder ohne Hebelwirkung sowie mit oder ohne Währungsabsicherung.

Vorteile: Schon mit weniger als zehn Euro können Sie direkt vom Spotpreis profitieren. Auch auf Kursverluste können Sie setzen. Die Kaufs- und Verkaufsmöglichkeiten sind zahlreich.

Nachteile: Geht der Emittent insolvent, wird das Zertifikat wertlos. Herausgeber von Zertifikaten sind nicht verpflichtet, entstehende Kosten anzugeben. Tipp: Fragen Sie andere Investoren nach ihren Erfahrungen - zum Beispiel in den Internetforen des Börsenportals Wallstreet online.

© SZ.de/mri/edi

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