Tablet-Markt Apple stellt neues iPad vor

Tim Cook an der Lane Tech College Prep High School in Chicago.

(Foto: AFP)
  • Apple will wieder auf dem Markt für Schulzubehör Fuß fassen.
  • Nun hat der Konzern ein neues iPad vorgestellt, dass sich erstmals außerhalb der "Pro"-Reihe per Stift bedienen lässt.

Schon der Ort ließ auf den Inhalt schließen: Während Apple sonst seine PR-Veranstaltungen in Kalifornien abhält, inszenierte der Konzern die erste Produktvorstellung des Jahres in einer Schule in Chicago. Der Grund: Apple will auf dem Computermarkt für Schüler wieder Anteile gewinnen, nachdem die Firma den Bereich in den vergangenen Jahren vernachlässigt hatte.

Der Konzern stellte deswegen ein neues iPad-Modell in der regulären Größe von 9,7 Zoll vor. Neu ist, dass es wie ein iPad Pro über einen (zusätzlich zu kaufenden) Stift zu bedienen ist. Neben dem hauseigenen "Apple Pencil" bietet auch Logitech einen günstigeren Stift an (USA: 49 Dollar), der mit dem iPad kompatibel ist - das Angebot gilt allerdings nur für Bildungsinstitutionen. Auch der Chip erhält im Vergleich zum Vorgängermodell ein Update (A10 statt A9).

Zugleich bekommt Apples Office-Paket iWork ein Update, das gemeinsames Arbeiten in den Vordergrund stellt und auch die Erstellung digitaler Schulbücher als Funktion hat. Eine neue App namens "Schoolwork" soll der Verwaltung von Hausaufgaben dienen. Der iCloud-Speicher für Schüler wird auf 200 Gigabyte erhöht.

Einsteigermodelle werden billiger

Das neue Tablet wird in Deutschland 349 Euro kosten und ist damit günstiger als das Vorgängermodell ohne Stift. Da der Preis in den USA unverändert bleibt, hat der Konzern offenbar die Währungsumrechnung angepasst. Schulen erhalten Rabatte.

Apple hatte in den vergangenen Jahren einerseits mit der "Pro"-Linie Tablets im Hochpreis-Segment geschaffen, andererseits die Preise für das Einsteigermodell auf knapp unter 400 Euro gesenkt.

Für das Schul-iPad war in den USA allerdings ein niedrigerer Preis erwartet worden als der nun verkündete: Öffentliche Einrichtungen und Eltern machen Anschaffungen stärker vom Preis abhängig als reguläre Apple-Konsumenten. Nun versucht die Firma in diesem Segment offenbar, das Gerät über die neuen Funktionen der Software trotzdem attraktiv zu machen.

Google an US-Schulen verbreiteter

Tablets haben sich als Geräteklasse zwar etablieren können, ihre Verbreitung blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück: Viele Menschen bevorzugen Smartphones mit großer Display-Größe anstatt eines Extra-Geräts.

In den vergangenen Jahren hatten US-Schulen vermehrt auf die günstigeren Chromebook-Laptops von Google zurückgegriffen, die mehr als 50 Prozent der gekauften Schul-Geräte ausmachen. Viele Chromebook- und Google-Apps sind für den Bildungsbereich konzipiert.

Microsoft hat mit seinen Geräten, Windows-Laptops und den installierten Office-Programmen 25 Prozent Marktanteil, Apple liegt derzeit nur noch bei etwa zehn Prozent. Allen US-Konzernen geht es im Kampf um den Bildungsmarkt nicht nur um schnelle Umsätze, sondern auch um die Gewöhnung der Schüler an die Produkte, damit aus ihnen später lebenslange Kunden werden.

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