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Spieleverkauf im Laden:Game Over, Game-Shop!

Statt über die gute, alte Ladentheke wollen Hersteller Konsolenspiele künftig nur noch online verkaufen. Die Kunden hätten Vorteile - vielen Händlern droht jedoch das Aus.

Spielemodule haben Tradition. Auf ihnen speicherten schon Atari, Sega und Nintendo die Games für die ersten Konsolen vor mehr als 30 Jahren. Auch aktuelle mobile Spielekonsolen wie Nintendos DS oder die Playstation Portable (PSP) nutzen sie als robustes Speichermedium, während die stationären Konsolen Wii, XBox und Playstation auf DVDs mit mehr Speicherplatz ausgewichen sind.

Doch den derzeit noch auf physischen Datenträgern gespeicherten Computerspielen droht das gleiche Schicksal wie Musik-CDs und Video-DVDs - der Inhalt lässt sich auch über das Internet zum Nutzer transportieren. Alle Konsolen verfügen über einen Internetzugang und ihr eigenes Onlineportal mit Shop. Dort proben die Konsolenhersteller bereits, wie sich Spiele online verkaufen lassen.

Ein eigener Online-Store macht die Distribution der Spiele für den Hersteller einfacher, günstiger und flexibler; zudem kann der Preis nach Belieben diktiert und auf Trends schnell mit neuen Spielen reagiert werden. Anfangs waren in den Online-Stores nur Mini-Spiele für ein paar Euro herunterladbar.

Mittlerweile finden sich dort auch Spiele, die in der Qualität durchaus mit solchen aus dem Laden mithalten können, aber in der Regel weniger kosten. Auch lassen sich auf diesem Wege im Laden nicht mehr erhältliche Klassiker wie PacMan und Donkey Kong oder beliebte Spiele von älteren Nintendo-Konsolen oder der Playstation 1 und 2 dank eines eingebauten Emulators für ein paar Euro auf der modernen Konsole spielen.

Weg für Raubkopien versperrt

Und stöbert der Kunde erst einmal im Shop, dann kann man ihm noch mehr verkaufen. Sehr beliebt und vom Erlös her nicht zu unterschätzen sind zusätzliche Welten oder Levels für bereits gekaufte Spiele; virtuelle Gegenstände oder Programmteile als Add-ons verkaufen sich schon heute gut.

Und seit Ende vergangenen Jahres können Besitzer von XBox und Playstation auch Filme in ihrem Onlineportal ausleihen, im Playstation Store auch kaufen. Nintendo startet damit derzeit in den USA, nach Europa soll der Dienst später kommen.

Daneben hoffen die Hersteller, mit der Online-Distribution das große Problem Raubkopien endlich in den Griff zu bekommen, das ihnen erhebliche Verluste einbringt. Denn für jede Konsole gibt es Mittel und Wege, um kostenlos und illegal im Internet an Spiele zu kommen und diese dann auf ein beschreibbares Spielemodul oder DVD zu kopieren. Können die Spiele nur noch online geladen werden, ist dieser Weg versperrt.

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