Spieletipps fürs WochenendeHöllenritt durch fantastische Szenen

Düstere Verliese, Kugelhagel in Schwarz-Weiß oder blitzschnelle Ninjas gegen Killerroboter aus dem All: Die Computerspiele "Ikaruga", "Titan Souls", "10 Second Ninja" und "Diehard Dungeon" sind unsere Spiele-Geheimtipps für das Wochenende.

Spieletipps fürs Wochenende – Titan Souls

Düstere Verliese, Kugelhagel in Schwarz-Weiß oder blitzschnelle Ninjas gegen Killerroboter aus dem All: Die Computerspiele "Ikaruga", "Titan Souls", "10 Second Ninja" und "Diehard Dungeon" sind unsere Spiele-Geheimtipps für das Wochenende.

Was kommt dabei heraus, wenn ein Programmierer ein Wochenende Zeit hat, um ein Computerspiel zu entwickeln? Die Antwort darauf sucht seit dem Jahr 2002 "Ludum Dare", ein regelmäßiger "Game Design Jam". Hier geht es eher um kreatives und innovatives Spieledesign als um spektakuläre Grafik. Und eines der mehreren Tausend Spiele, die im Rahmen von "Ludum Dare" entstanden sind, heißt Titan Souls.

Das Prinzip heißt Reduktion: Wo andere, aufwändige Spiele mit unzähligen Waffen, Aufgaben und Gegnertypen locken, kommt Titan Souls bewusst puristisch daher. Die vier Richtungstasten steuern den Pixelhelden nach oben, unten, rechts oder links. Ein Druck auf Z lässt ihn ausweichend zur Seite rollen, mit der X-Taste schießt er einen Pfeil ab.

Und immer wieder dieser Pfeil: Warum nur hat sich der Held nur mit einem einzigen Pfeil auf den Weg gemacht, die vier Titanen in der namenlosen und ansonsten unbewohnten Welt zu besiegen? Immerhin, ein weiterer Druck auf die X-Taste zieht den Pfeil zurück zum wackeren Recken. Aber es dauert quälend lange, bis dieser endlich ankommt, und der Held bereit zum Schuss ist - und sich überhaupt erst wieder bewegen kann.

Mit dieser spartanischen Bewaffnung soll der Spieler nun also vier kolossale Monster bezwingen. Ein wohlgezielter Schuss wäre jeweils genug. Doch die verwundbare Stelle, die er dazu treffen muss, ist nur für Sekundenbruchteile zugänglich - und auf den Helden prasseln Felsbrocken und anderes Ungemach herein. Auch für ihn gilt: Einmal getroffen werden, und der Spieler muss von vorne anfangen.

Was frustrierend klingt, ist tatsächlich befriedigend: Titan Souls führt seinen Spieler nie unfair hinters Licht, sondern verlangt höchste Konzentration. Nicht nur beim Namen lehnt sich das Spontanprojekt also an die für ihren unnachgiebigen Schwierigkeitsgrad beliebte Konsolenspielreihe Dark Souls an. Und macht, wenn auch nicht für so viele Stunden wie das große Vorbild, kaum weniger Spaß.

Linktipp: Das Spiel selbst - gratis zum Herunterladen oder direkt im Browser spielbar.

Bild: Screenshot: Titan Souls 8. März 2014, 17:222014-03-08 17:22:14 © Süddeutsche.de/mri/rus