Software:Der große Bluff

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Wer Programme testen will, ohne sie gleich auf seinem PC zu installieren, für den bietet VirtualBox die Lösung: Die Software erzeugt einen virtueller Rechner - und ist schnell und kostenlos.

Wer gefahrlos neue Programme oder auch Betriebssysteme ausprobieren möchte, für den ist eine Virtualisierungs-Software interessant. Das ist ein Programm, das einem vorgaukelt, es habe einen richtigen Computer mit Hardware, dass heißt Prozessor, Festplatte, Netzwerk und gegebenenfalls auch Grafik und Audio-System vor sich. Das ist nicht nur etwas für große Unternehmen, die auf ihren riesigen Rechnern mehrere Computer simulieren und damit Hardwarekosten sparen wollen, sondern auch etwas für Entwickler oder Leute, die einfach nur gerne neue Sachen ausprobieren.

25.000 Mal wird die Software pro Tag heruntergeladen. Wer VirtualBox privat nutzt, zahlt nichts. (Foto: Foto: AP)

Für den Privatgebrauch kostenlos, sehr schnell installiert und sehr übersichtlich ist das jetzt in der Version 3.0 erschienene VirtualBox von Sun. Die Einrichtung des ersten virtuellen Rechners ist schon mit ein paar Mausklicks erledigt, meist kann man die angebotenen Einstellungen übernehmen.

Alles was man braucht ist ein boot-bares Medium mit einem Betriebssystem darauf, das man installieren möchte. Das kann eine Windows-Version sein, aber auch eine Linux-Distribution. So kann man sich quasi nebenbei zum Beispiel das neue Windows 7 ansehen oder einen Blick auf Ubuntu, Fedora, Suse oder eine andere Linux-Distribution werfen, ohne neue Partitionen erstellen oder am Boot-Manager basteln zu müssen.

Ein Mausklick entfernt das installierte System wieder

Die Installation eines neuen Betriebssystems läuft genauso wie auf einem "richtigen" Computer. Und am Ende muss man den "Rechner" auch genau so herunterfahren wie den normalen Computer. Der große Vorteil der Virtualisierung ist, dass man den Rechner nicht neu starten muss, wenn man das Betriebsystem wechseln will.

Dieses wird wie jedes andere Programm auf dem Computer einfach in einem neuen Fenster gestartet und auch wieder verkleinert werden, wenn man es zwischendurch nicht braucht. Mit einem Mausklick ist das virtuell installierte System auch wieder entfernt.

Wenn der Computer an einem Netzwerk hängt, wird auch VirtualBox dies erkennen und aktivieren. Auch Drucker können im virtuellen Rechner installiert werden. Daten kann man zum Beispiel über einen USB-Stick, der in der Version 3.0 einfacher als bei früheren Versionen eingebunden werden kann, auf das virtuelle System oder von diesem herunter kopieren. Es können aber auch gemeinsame Ordner festgelegt werden, auf die man vom virtuellen System aus auf dem Host zugreifen kann.

Programm ist vielseitig

Die Grafik war bislang einer der Schwachpunkte unter VirtualBox. Zu den wichtigen Neuerung in der Version 3.0 gehört es deshalb, dass jetzt Windowsgrafik und OpenGL-Standards unterstützt werden. Damit können dann auch 3D-Anwendungen in einer virtuellen Maschine laufen. Zudem werden jetzt bis zu 32 virtuelle CPUs unterstützt.

Wer sich VirtualBox herunterladen will, muss nur darauf achten, welches Betriebssystem er als "Host", als Gastgeber verwenden will. Das Programm ist recht vielseitig und lässt sich sowohl unter Windows als auch Linux, Solaris und OpenSolaris installieren. Hilfe zur Installation, zur Arbeit und bei Problemen bietet die Website von VirtualBox.

VirtualBox 3.0 ist für den persönlichen Gebrauch kostenlos. Für Unternehmen gibt es nach Angaben von Sun eine Lizenz ab 20,27 Euro netto je Arbeitsplatz und Jahr, zusammen mit Support. Die Downloadrate von VirtualBox beträgt laut Sun mehr als 25.000 Exemplare pro Tag. Andere Virtualisierungssysteme sind unter anderem VirtualPC von Microsoft oder VMWare. Für Mac-Nutzer gibt es zum Beispiel Parallels.

© AP/Klaus Gürtler/cf - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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