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Smartphone Nexus One:Google: Ende des Handy-Experiments

Google verkauft sein Mobiltelefon Nexus One künftig nicht mehr im eigenen Online-Shop. Das Handy-Experiment mag gescheitert sein - doch das nächste Google-Gerät kommt bestimmt.

Als Google zu Beginn des Jahres sein Handy Nexus One vorstellte, zeigte sich Andy Rubin noch optimistisch: Natürlich würde es weitere Google-Smartphones geben, erzählte der Verantwortliche für Googles Betriebssystem Android stolz, "sonst hätten wir es ja nicht Nexus One genannt."

Google-Mitarbeiterin neben einem Pappaufsteller des Nexus One: Fortsetzung folgt nicht.

(Foto: ag.ap)

Sieben Monate später ist vom Optimismus nichts mehr übrig. Wie Google auf seinem Blog mitteilte, erhielt das Unternehmen vor wenigen Tagen die letzte Lieferung der Smartphones. Wenn diese abverkauft sind, können Kunden das Handy nur noch bei den Mobilfunkanbietern erhalten. In einigen Teilen Europas bietet beispielsweise Vodafone das Telefon an.

Mit dem Direktverkauf des Nexus One im hauseigenen Online-Shop wollte Google einen neuen Vertriebsweg einschlagen: Bislang ist es die Regel, dass Handyhersteller ihre Geräte von Handyshops oder Mobilfunkanbietern verkaufen lassen. Der Versuch, den Zwischenhändler auszuschalten, ging offenbar schief: Bereits im Mai erklärte Google, den Handy-Webshop auf der eigenen Seite bald zu schließen.

Doch womöglich führte nicht nur der Vertriebsweg in die Sackgasse, auch die Verkaufszahlen blieben offenbar hinter den Erwartungen zurück - viele Mobilfunkprovider nahmen das Nexus One garnicht erst in ihr Sortiment auf.

Die Tablet-Herausforderung

In den ersten 74 Tagen nach Markteinführung hatte Google nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Flurry nur 135.000 Geräte absetzen können. In den vergangenen Monaten ist es offenbar nicht zu einem signifikanten Anstieg gekommen.

Google-Chef Eric Schmidt erklärte deshalb bereits Anfang Juli, künftig keine eigenen Mobiltelefone mehr herzustellen. Das dürfte Google auch nicht nötig haben: Prominente Hersteller wie Motorola, Samsung oder HTC nutzen für viele ihrer Vorzeige-Smartphones das Google-Handybetriebssystem Android, dessen Marktanteil weiter wächst. Android-Handys sind wiederum mit vielen Google-Diensten verknüpft, weshalb der Konzern auf diesen Handys Geld mit Werbeeinblendungen verdienen kann.

Allerdings erwartet den Internetkonzern derzeit eine weitere Herausforderung, die bereits Gerüchte über neue Google-Geräte befeuern: Der Markt der Tablet-Flachcomputer, der derzeit noch von Apples iPad dominiert wird.

Immer wieder ist deshalb von einem Google-Pad die Rede, das auf dem schlanken Google-PC-Betriebssystem Chrome OS aufbauen soll. Allerdings ist bislang unklar, ob Chrome OS wirklich für Flachgeräte dieser Art geeignet ist - zumal der Reiz des iPad von den Apps ausgeht. Diese Miniprogramme gibt es in wachsender Zahl auch für das Android-Betriebssystem - das bislang nicht mit Chrome OS kompatibel ist.

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