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Phonebloks:Das Problem: Die Technik entwickelt sich weiter

Immer mehr Menschen fragen nicht nur, was für ein superschneller Prozessor in ihrem Telefon steckt. Sie wollen auch wissen, wo die dafür notwendigen Rohstoffe gewonnen werden und unter welchen Bedingungen die Geräte zusammengeschraubt werden. Und sie ärgern sich darüber, dass sie gleich ihr ganzes Telefon in den Müll werfen müssen, nur weil der Akku lahmt.

"Die letzten 30 Jahre haben wir so gelebt, als ob die Ressourcen unendlich sind und wir alles konsumieren und wegwerfen können, ganz wie wir wollen", sagt Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums in München. Er hat kürzlich ein Buch veröffentlicht mit dem Titel "Die Kultur der Reparatur".

Er selbst erinnert sich daran, dass der Stecker seines Kopfhörers einmal abgebrochen und im Laptop stecken geblieben ist. Auch nachdem er das Gerät komplett auseinandernahm, kam er nicht an die Buchse heran. Das Problem löste er schließlich durch eine Anleitung in einem Youtube-Video: Zahnstocher, etwas Klebemasse an die Spitze, rein damit in die Buchse, trocknen lassen, am nächsten Tag herausziehen, fertig. "Junge Menschen wollen das Heft wieder selbst in die Hand nehmen", sagt Heckel, "Ein ,Da kann man halt nix machen' gibt es nicht mehr, sie wollen teilhaben an der Konsumproduktion."

Genau das wäre beim Phoneblok möglich. Es ist eine Antwort auf die Frage, wie eine ökologisch sinnvolle Nutzung von Smartphones aussehen könnte. Hakkens räumt ein, dass solch ein Ding nach heutigem Stand der Technik gebaut, so schwer in den Taschen liegen würde wie ein Ziegelstein. Aber die Technik entwickle sich weiter, betont der Designer. Genau das aber wirft neue Probleme auf:

Wer eine gute neue Kamera an sein Phoneblok anstecke, brauche auch einen guten Prozessor, um die Leistung voll auszuschöpfen, argumentiert der Smartphone-Forscher Mühlhäuser: "Wird der Käufer beim alten Prozessor bleiben, weil dieser noch voll funktionsfähig ist - oder wird er lieber den Prozessor erneuern, um auf dem neuesten Stand zu sein?"

© SZ vom 27.09.2013
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