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Neuer Personalausweis:Der Ausweis, der vor Gaunern schützt

Der neue Personalausweis könnte künftig auch Handynutzer davor bewahren, Opfer von Phishing-Attacken zu werden. Doch viele Bürger sind skeptisch.

Thorsten Riedl

Seit dem Erfolg des iPhones von Apple ähneln Mobiltelefone aller Hersteller zunehmend kleinen Computern: Surfen, E-Mailen, Spielen, Musik hören oder Filme schauen, alles ist inzwischen mit solchen Oberklasse-Handys machbar.

Das haben auch längst die Hacker entdeckt. Cyberkriminelle würden inzwischen auch Mobiltelefone für ihre Machenschaften missbrauchen, erklärt Stefan Ritter, Leiter des Nationalen IT-Lagezentrums beim Bundesamt für Sicherheit (BSI). Die IT-Brandschützer rechnen künftig mit weiteren Attacken auf Handys. So schlimm wie beim Personal-Computer allerdings ist die Lage noch nicht. Bei traditionellen Rechnern soll von November an der neue Personalausweis für mehr Sicherheit sorgen.

Das BSI ist die oberste Bundesstelle, die sich mit dem Schutz der Infrastruktur von Behörden befasst. Im jüngsten Quartalsbericht nimmt das Bundesamt Stellung zu den Gefahren für Handys. Wenn der WLAN- oder Bluetooth-Funkzugang eines Mobiltelefones eingeschaltet ist, falle es Kriminellen leicht, "Schadsoftware auf das Smartphone zu spielen, wenn das Gerät nicht ausreichend geschützt ist", heißt es in dem Bericht.

30 Prozent wollen tauschen

Es bestünde zudem die Gefahr, dass der Handynutzer auf eine gefälschte Internetseite gelockt und dort nach seinen Passworten gefragt wird. Mit dieser als Phishing bekannten Methode versuchen Kriminelle an geheime Kontodaten zu kommen.

Solche Phishing-Attacken gibt es schon beim Rechner zuhause. Von November an soll der neue Bundespersonalausweis davor schützen. "Der normale Ausweis enthält neue elektronischen Funktionen, um die Sicherheit zu erhöhen", erklärte Jens Bender, Referent beim BSI.

Im Ausweis ist dazu ein Chip implementiert zur Identifikation des Besitzers. Mit Hilfe des Ausweises können sich Nutzer und Anbieter im Netz ausweisen. Der Bürger muss seinen Personalausweis dafür auf ein spezielles Lesegerät legen und eine Geheimzahl eingeben. Unternehmen mit staatlichem Zertifikat dürfen die Daten auslesen.

30 Prozent aller Internetnutzer, würden ihren alten Personalausweis vor Ablauf der Gültigkeit gegen den neuen tauschen, hat eine Studie des Branchenverbandes Bitkom ergeben. Genauso viele Bürger allerdings wollen bewusst vor dem 1. November, wenn der neue Ausweis kommt, noch ein Dokument alten Formats ohne Computerchip beantragen. Lesen Sie hierzu Berichte in der Süddeutschen Zeitung.

© SZ vom 03.03.2010/joku

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