Megaupload-Gründer:Kim Dotcom soll pleite sein

Kim Dotcom Holds 'Moment of Truth' Rally

Das Geld soll alle sein, sagt Kim Dotcom.

(Foto: Getty Images)
  • Der Gründer von Megaupload, Kim Dotcom, soll pleite sein. Das gab er auf Twitter bekannt.
  • Gegen Dotcom läuft ein Verfahren. Er soll an die USA ausgeliefert werden. Nachdem ihm das Geld ausgegangen sei, habe sein Anwälte-Team gekündigt.
  • Der Internet-Millionär befürchtet, nun ins Gefängnis gehen zu müssen. Falls dieser Fall eintreten sollte, will er, dass ihm Postkarten mit Katzenfotos geschickt werden.

Kim Dotcom twittert: "Es ist offiziell, ich bin pleite"

Hacker, Start-up-Gründer, Internet-Millionär, Gejagter, Parteigründer - und jetzt offenbar pleite. Kim Schmitz, alias Kim Dotcom, eine der schillerndsten Personen der Digitalbranche, soll insolvent sein. Das verkündete Dotcom auf Twitter.

Kim Dotcom war per Skype bei einer Digitalkonferenz in London zugeschaltet. Der Video-Mitschnitt ist online, in ihm sagt er (Minute 3:00): "Mein Anwälte-Team hat gekündigt, nachdem mir das Geld ausgegangen ist." Er habe 10 Millionen Dollar für seine Verteidigung vor Gericht ausgegeben. "Das hat meine Reserven aufgezehrt".

Dotcom wurde 2012 vorübergehend festgenommen

Die neuseeländische Polizei nahm Dotcom bei einer Razzia auf Antrag der US-Behörden vorübergehend fest; sein 24-Millionen-Dollar-Anwesen wurde gestürmt und Teile seines Besitzes beschlagnahmt. Dotcom ist der Gründer der Datenplattform Megaupload. Bei ihr habe es massive Urheberrechts-Verletzungen gegeben, sagen die amerikanischen Ankläger. Der Schaden für Rechteinhaber belaufe sich auf eine halben Milliarde Dollar. Sie schlossen die Plattform, die laut Eigenwerbung von Dotcom zu Spitzenzeiten vier Prozent des gesamten Internet-Traffics ausgemacht haben soll. Künstler wie Busta Rhymes beschwerten sich nach der Schließung von Megaupload, dass diese Seite ihnen mehr Geld einbringe als Deals mit Spotify. Die USA haben Dotcoms Auslieferung beantragt. Dotcom kämpft dagegen.

Dotcom fürchtet, bald im Gefängnis zu sitzen

Nun fürchtet Dotcom offenbar, bald wieder im Gefängnis zu sitzen: Dies könnte sein letztes öffentliches Interview gewesen sein, da die neuseeländische Regierung angesichts seiner Mittellosigkeit die Freilassung auf Kaution zurückziehen könnte. Noch läuft ein Verfahren, bei dem es um eine Auslieferung an die USA geht, die Dotcom für das Betreiben der Tauschplattform Megaupload belangen wollen.

Neuer Mega-Dienst soll Millionen wert sein

Exakt ein Jahr nach der Razzia startete Dotcom jedoch einen neuen Dienst: Mega. Dieser Dienst soll laut Angaben mittlerweile fusioniert sein mit einem Unternehmen, das an der Börse in Neuseeland gelistet ist. Mega soll einen Wert von 210 Millionen Dollar haben, so Dotcom auf der Konferenz. Er wies jedoch darauf hin, dass Mega rechtlich seiner Frau gehöre, von der er sich kürzlich getrennt hat.

"Die US-Regierung missbraucht ihre Macht"

Gegenüber der US-Regierung erhebt der gebürtige Kieler schwere Vorwürfe: "Es war dieselbe Geschichte wie mit dem Irak und den Massenvernichtungswaffen. Die US-Regierung missbraucht ihre Macht." Er habe seinen Glauben an das Gesetz verloren - letztlich gewinne, wer zu zahlen bereit sei.

Privat soll es bei Kim Dotcom nicht ganz so düster aussehen, wie manche Medien berichten. So widersprach der Internet-Unternehmer einem Bericht der New Zealand Herald. "Sie sagen ich wäre ein einsamer Mann ganz allein auf meinem Anwesen, doch meine Kinder leben bei mir. Ich spiele jeden Tag mit ihnen."

Falls er im Gefängnis landet, will er Postkarten mit Katzenfotos

Sollte er wieder ins Gefängnis müssen, dann möchte er dennoch nicht auf Cat-Content verzichten: "Sendet mir Postkarten", bittet er die Zuschauer, "Karten mit Katzenfotos drauf". Dotcom lacht, als er das sagt.

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