Kartellverfahren eingeleitet EU-Kommission droht Microsoft mit hohen Strafen

Microsoft steht massiver Ärger mit der EU ins Haus. Die Kommission hat ein Kartellverfahren gegen das Technologie-Unternehmen eingeleitet. Der Vorwurf an die Firma ist schon länger bekannt: Das Unternehmen weigert sich, Windows-Nutzern alternative Internet-Browser anzuzeigen.

Das amerikanische Softwareunternehmen Microsoft bekommt erneut Ärger mit der EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde hat jetzt ein Verfahren wegen unlauterer Geschäftspraktiken eröffnet. Microsoft biete Windows-Nutzern keine freie Wahl des Web-Browsers an, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Der Konzern halte sich nicht an seine Zusagen aus der Vergangenheit.

Microsoft bekommt jetzt Ärger mit der EU-Kommission.

(Foto: dpa)

Mit dem Verfahren geht der jahrelange Streit zwischen den EU-Wettbewerbshütern und dem Softwaregiganten in eine neue Runde. Brüssel hatte Microsoft 2009 gezwungen, zunächst bis 2014 allen Windows-Nutzern in der EU automatisch alternative Browser anzubieten. Darauf hatten Konkurrenten gedrungen, die sich durch Microsofts Internet Explorer ausgebootet sahen. Der Marktanteil von Computern und Laptops mit dem Windows-Betriebssystem liegt europaweit bei mehr als 90 Prozent.

Microsoft gibt sich zerknirscht

Microsoft räumte als Reaktion auf die Drohung aus Brüssel umgehend ein, Fehler gemacht zu haben und versprach, bis Ende der Woche alle 28 Millionen betroffenen Windows-PCs in der EU mit einem entsprechenden Update zu versorgen. Es habe sich um einen "technischen Fehler" gehandelt, hieß es in einer Erklärung.

"Wir haben unsere Verantwortung nicht erfüllt", gestand Microsoft ein und gab sich zerknirscht: "Wir bedauern den Fehler sehr und entschuldigen uns dafür." Bei den Computern mit der Originalversion von Windows 7 sowie den Versionen Vista und XP sei alles ordnungsgemäß. Bei den rund 28 Millionen PCs, die mit dem Servicepaket 1 für Windows 7 ausgeliefert worden seien, fehle aber tatsächlich das Auswahlfenster.

EU-Kommission will alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen

Wettbewerbskommissar Almunia will das nicht zufriedenstellen. Er drohte dem US-Konzern weiterhin "ernste Konsequenzen" an, wenn sich bestätige, dass die Firma eineinhalb Jahre lang EU-Auflagen gebrochen habe. Dass ein Unternehmen sich daran nicht halte, sei einmalig, hatte der Kommissar bereits zuvor geklagt.

Almunia hatte angekündigt, alle ihm zur Verfügung stehenden Instrumente "zur Abschreckung und Bestrafung" nutzen zu wollen. Microsoft habe seine Verfehlungen zwar eingeräumt, die Software aber trotzdem nicht geändert. Eine Strafe in Höhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes sei möglich.

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