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Berufsziel: App-Entwickler:Noch kein Studium zum App-Entwickler

Tellez of Universidad Autonoma de Baja California plays a game on a Motorola Xoom tablet at the Google I/O Developers Conference in the Moscone Center in San Francisco

Auch für Tablet-PCs werden App-Entwickler benötigt.

(Foto: REUTERS)

Einen Königsweg zum Entwickler der Programme für die Hosentaschen-Alleskönner gibt es nicht. Noch keine deutsche Hochschule bietet einen Studiengang zum App-Entwickler. Deswegen ist eine Eintrittskarte in den Job auch solides Wissen und Können im Bereich Mediendesign oder Kommunikationswissenschaften.

Das Wichtigste in der aufstrebenden Szene sind Programmierkenntnisse und Leidenschaft. Von der Goldgräberstimmung in der Szene der App-Entwickler profitieren Berufseinsteiger, die schnell eine feste Anstellung finden, wenn sie eine solche suchen, und die Stars unter den Freelancern, die nicht im Auftrag von Großunternehmen kleine Programme entwickeln, sondern auf eigene Rechnung.

Wenn ein Spiel, ein Navigations- oder News-Programm beispielsweise im App-Store von Apple ein Renner wird, fließen schnell 50000 oder 100000 Euro und mehr auf das Konto des Erfinders, denn vom Verkaufspreis eines Apps bleiben dem Entwickler 70 Prozent, Apple erhält 30 Prozent. Wird ein App also für 1,29 Euro 300000 Mal heruntergeladen, landen von den 387000 Euro Umsatz gut 270000 Euro beim Entwickler.

Doch einzelnen Entwicklern gelingen solche Coups inzwischen nur noch selten. Das wissen auch drei Schüler, die sich zur App-Schmiede Skapandi Media zusammengeschlossen haben. Die 16-Jährigen stammen aus Baden-Württemberg und Hessen und haben sich über das Internet kennengelernt.

Zubrot zum Taschengeld

Ihr Nachrichtenprogramm für das Computerspiel "Call of Duty: Black Ops" wurde mehr als 50000 Mal von iPhone-Besitzern heruntergeladen. Ihr neues Projekt "Today!", eine graphisch aufgebaute Organisations-App, soll den Arbeitsalltag erleichtern.

Das technische Know-how haben sich die jungen Talente selbst beigebracht. Sie verdienen an einer App bis zu 1000 Euro. Gründungsmitglied Nicolai Davidsson aus Stuttgart will nach dem Abitur Informatik studieren. "Ich werde nicht mein Leben lang Apps programmieren, damit verdienen wir uns jetzt als Schüler nur ein Zubrot", sagt Davidsson. "Ich kann mir gut vorstellen, später in der Softwareentwicklung für die Spielebranche zu arbeiten."

© SZ vom 14.05.2011
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