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Beheizbare Lederjacke:Warm um Nacken und Nieren

Egal, wie warm man sich einpackt - irgendwo zieht es an kalten Tagen immer. Doch jetzt könnte das Winterfrieren ein Ende haben: Es gibt die erste beheizbare Lederjacke. Sogar das Handy kann man mit ihr aufladen.

Von Mirjam Hauck

Die Sonne steht schon deutlich tiefer, das Thermometer erklimmt gerade noch so die 15 Grad - wenn der Nebel sich aufgelöst hat. Aber das darf kein Grund sein, das Oldtimer-Cabrio in der Garage überwintern zu lassen. Wer sich nun für eine Ausfahrt nicht in einen unförmigen Daunenmantel wickeln will, um Nacken und Nieren warm zu halten, hat jetzt mit der weltweit ersten beheizbaren Lederjacke eine Alternative.

Hat sogar eine Freisprecheinrichtung installiert: das iilation-Jacket, gemacht für Cabrio-Fahrer.

(Foto: oh)

Das gute Stück hat die Firma Teiimo entwickelt. Sie sitzt in Gilching, im Münchner Umland. Ihr Chef, Markus Strecker, Besitzer eines Mustang Cabrios, fand es merkwürdig, dass es keine vernünftige Heizjacke gibt. Diese Marktlücke will der Unternehmer mit dem "iilation Jacket" schließen. Und weil das Nachrüsten einer Freisprechanlage im Oldtimer auch nicht so einfach ist, hat er der Jacke noch eine Freisprechanlage spendiert - inklusive Stereo-Sound und Mikro im Kragen.

Die Batterie dafür steckt in der Schulter. Man spürt sie kaum, wenn man sich die schwere rindslederne Jacke überstreift. Per Knopfdruck in der Jackentasche lässt sich die Heizung anschalten und regulieren. So wird es langsam an Schultern und Nacken kuschelig warm. Und auch in den Jackentaschen. In der Damenversion gibt es dank zusätzlicher Taschenheizung nie wieder kalte Finger.

Textilbändchen mit elektrischem Leiter

Möglich machen die Heizfunktion Textilbändchen, in die spezielle elektrische Leiter vernäht wurden. Insgesamt stecken in jeder Jacke zehn Meter dieses Strom leitenden Gewebes. Schwächelt der Akku, kann mittels Zigarettenanzünder im Auto wieder nachgeladen werden. Aber für eine Ausfahrt reicht es, die Batterie hält bis zu sechs Stunden.

100 Lederjacken will die Firma fertigen und damit zeigen, was bei den sogenannten Wearables, also Kleidung mit diversen elektronischen Zusatzfunktionen, jetzt schon möglich ist. Der Chef von Teiimo, Markus Strecker, kommt aus der Halbleiter-Branche und hat Wearables für andere Marken entwickelt. Beispielsweise Snowboard-Jacken mit Solarzellen.

Das iilation-Jacket soll nun der Anfang für eine intelligente Produktpalette sein. Medizinische Funktionsshirts, mit denen sich ein Langzeit-EKG machen lässt, sollen folgen. Aber erst einmal müssen sich genügend Käufer für die 2250-Dollar-teure Heizjacke finden.

© SZ vom 12.11.2014/mri

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