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Attacke auf rechte Partei:Hacker kapern NPD-Webseiten

Eine Hackergruppe hat mehr als zwei Dutzend Seiten der rechtsextremen NPD lahmgelegt. Dabei wollen sie auch Daten gestohlen haben, die nun im Netz veröffentlicht werden sollen.

Die rechtsextreme NPD ist zum wiederholten Mal ins Visier von Hackern geraten. Anonyme Angreifer aus dem Umfeld antifaschistischer Gruppen haben nach eigenen Angaben rund 25 Websites der Partei gehackt und dabei auch interne Informationen heruntergeladen.

NPD muss Millionenstrafe zahlen

NPD-Fahne: Die rechtsextreme Partei wurde bereits häufiger Ziel von Hacker-Attacken.

(Foto: dpa)

Die NPD bestätigte inzwischen den Angriff. Sie bestritt aber, dass sensible Daten kopiert worden seien. Die Seiten sind seit Montagabend offline.

Der Angriff ist kein Einzelfall, Hacker greifen die Partei regelmäßig an. Betroffen waren die Websites mehrerer NPD-Ortsverbände vor allem in Sachsen, zudem die Web-Auftritte von Parteifunktionären wie Holger Apfel.

Die Angreifer, die sich selbst als "No-Name Crew" bezeichnen, veröffentlichten auf ihrer Webseite Inhalte aus Datenbanken, die offenbar von der NPD stammen. Die Partei bezeichnete die Informationen als "veraltet". In einer E-Mail von einer anonymen Adresse, die in Hackerkreisen als authentisch gilt, kündigten die Angreifer weitere Schritte an:Im Laufe des Dienstags wollen sie alle SQL-Datenbanken der NPD veröffentlichen.

SQL ist eine Programmiersprache, die in zahlreichen Datenbanksystemen zum Einsatz kommt. "Wir sind leider Gottes relativ häufig solchen Angriffen ausgesetzt", sagte Jens Baur, Kreisvorsitzender der NPD Dresden. Man habe sich dagegen "ziemlich gut abgesichert", eine "100-prozentige Sicherheit" gebe es aber nicht.

In Hackerkreisen haben die NPD und andere rechtsgerichtete Organisationen allerdings den Ruf, ihre Web-Auftritte schlecht abzusichern. Aktivisten haben es sich zum Sport gemacht, im Umfeld des Jahreskongresse des Chaos Computer Clubs die Websites rechter Parteien zu hacken - häufig mit Erfolg.