bedeckt München 17°

Asus EeePC X 101 im Kurztest:Tablet-Alternative mit Mängeln

Ein Tastaturgerät mit Tablet-Oberfläche? Nicht die einzige Besonderheit des Asus-Netbooks EeePC X 101. Mit dem Betriebssystem Meego ausgestattet, könnte es eine günstige Alternative zu den hippen Flachcomputern sein - doch das Gerät hat Mängel.

Helmut Martin-Jung

Bevor Apple mit dem iPad das Zeitalter der Tablets einläutete, dominierten sogenannte Netbooks den Markt der günstigen, kleinen Mobilcomputer. Das erste Gerät dieser Kategorie hatte - man erinnert sich dunkel - Asus Ende 2007 herausgebracht.

auto

Klein, leicht und mit Linux: Asus' EeePC X101.

Es kam mit einem winzigen Sieben-Zoll-Display, einem ziemlich rudimentären Linux-Betriebssystem und schlug doch ein wie eine Bombe: Erstmals merkten damals viele Computernutzer, wie wenig PC sie eigentlich brauchten.

Mit dem X 101 ist Asus nun gewissermaßen zu den Anfängen zurückgekehrt. Mit Meego treibt wieder ein System auf der Basis von Linux das Gerät an. Und wieder ist es der Preis von gerade einmal 170 Euro, der das Gerät attraktiv macht und viele zum Nachdenken darüber bringt, ob ihnen so ein Computer nicht vielleicht auch reichen würde.

Der EeePC X 101 besteht außen komplett aus Plastik. Weil dessen Oberfläche strukturiert ist, sieht es aber gut aus und fühlt sich auch angenehm an. Das Netbook konnte aber nicht bloß deshalb leicht unter der Ein-Kilo-Marke bleiben, sondern auch, weil es nur einen Dreizellen-Akku mitbringt. Der macht dann leider schon nach etwa drei Stunden Dauerbelastung schlapp.

Nischen-Betriebssystem

Dabei saugt der Intel-Prozessor, ein Atom N435, ohnehin schon eher mäßig Strom. Und er ist auch kein Renner: HD-Videos beispielsweise, wie sie immer häufiger auch auf Youtube zu finden sind, kann man damit nicht ruckelfrei wiedergeben. Der eingebaute Lüfter macht sich in leisen Umgebungen trotzdem bemerkbar.

Das Besondere am X101 ist das Betriebssystem Meego. Einst von Intel und Nokia als System für Smartphone- und andere Projekte vorgesehen, fristet der Linux-Abkömmling mittlerweile eher ein Nischendasein.

Nokia setzt bei Smartphones vor allem auf Microsoft, Intel bei seinen TV-Boxen auf Android. Meego startet - nicht zuletzt wegen der schnellen, aber auch nur acht Gigabyte kleinen Festplatte aus Speicherbausteinen - in weniger als zehn Sekunden. Selbst Software-Monster wie Open Office, eigentlich kein Muster an Schnelligkeit, sind damit erstaunlich schnell betriebsbereit.

Tablet-Oberfläche für Tastaturgerät

Die Meego-Oberfläche ähnelt der von Tablets und Smartphones, nur dass der mattierte Bildschirm nicht auf Berührungen reagiert. Asus hat auch einen kleinen App-Laden eröffnet, wo Nutzer sich zusätzliche Progrämmchen herunterladen können.

Die Tastatur ist klein geraten, bietet aber wenigsten einen halbwegs fühlbaren Druckpunkt. Der Zehn-Zoll-Bildschirm ist nicht besonders hell, aber immerhin mattiert, allerdings auch ziemlich stark blickwinkelabhängig. Unter den verfügbaren Programmen sind weniger bewanderte Nutzer auf diejenigen angewiesen, die Asus anbietet.

Fazit: Der EeePC X 101 ist ein sehr preisgünstiges Gerät für Nutzer, die wenig schleppen, aber auf eine Tastatur nicht verzichten wollen. Der Akku ist allerdings schwach und die Tastatur für Vielschreiber wenig geeignet.

© SZ vom 14.11.2011/joku
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema