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Apple vs. Facebook:Privatsphäre darf kein Luxusgut sein

Apple will das Tracking auf iPhones einschränken. Und was ist mit Android? Dafür braucht es schärfere Datenschutzgesetze.

Von Simon Hurtz

Bald werden sich Hunderte Millionen Menschen mit einem Fingertipp ein Stück ihrer Privatsphäre zurückholen können. Wer ein iPhone oder iPad besitzt, sieht eine simple Frage: Darf Facebook Ihre Daten quer über andere Apps und Webseiten hinweg sammeln? Für das Tracking muss künftig eine Erlaubnis eingeholt werden, die Vorgabe gilt für alle Anwendungen in Apples App-Store - doch für Facebook könnte sie besonders schmerzhaft werden.

Der Konzern ist abhängig von seinem Anzeigengeschäft. Es beruht auf gewaltigen Datenbergen und personalisierter Werbung - die Apple nun einschränken will. Anders als viele Webseiten mit ihren Cookie-Dialogen verzichtet Apple auf verharmlosende Formulierungen und manipulatives Design. Nur ein Bruchteil der Nutzerinnen und Nutzer dürfte sich freiwillig überwachen lassen. Dass Facebook nun versucht, kleine Unternehmen zu instrumentalisieren, deren Existenz Apple angeblich bedroht, ist allzu durchsichtig. Es geht um den eigenen Umsatz.

Rund anderthalb Jahre nach dem Start der Datenschutz-Grundverordnung ist Apple der erste große Tech-Konzern, der die Vorgaben wirklich ernst nimmt. Aber was ist mit den Android-Geräten? Es braucht striktere Gesetze, damit Nutzerinnen und Nutzer nicht Hunderte Euro für ein iPhone ausgeben müssen, um sich Privatsphäre zu kaufen.

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