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Alkoholkonsum im Büro:US-Politiker feuert Mitarbeiter nach Twitter-Offenbarungen

"Wir haben alles aufgegeben, was die Arbeit betrifft": Drei Mitarbeiter eines amerikanischen Kongressabgeordneten trinken Whiskey im Büro und erzählen via Twitter davon. Dort beleidigen sie auch noch ihren Chef - nun sind sie ihre Jobs los.

Kilian Haller

Rick Larsen ist ein Mann, der Sinn für Humor hat. Dies zeigte der Vertreter des Bundesstaats Washington im Repräsentantenhaus vergangene Woche, als er sich für wohlttätige Zwecke als Stand-Up-Comedian versuchte. Bei einer ähnlichen Veranstaltung vor einem Jahr hatte Larsen den zweiten Platz erreicht.

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Wer während der Arbeitszeit twittert, sollte Vorsicht walten lassen: Ein US-Politiker setzte mehrere Mitarbeiter vor die Tür, nachdem diese über ihren Alkoholkonsum im Büro getwittert hatten.

(Foto: ddp)

Kein Verständnis hatte der Politiker der Demokraten allerdings für drei seiner Mitarbeiter, die während der Arbeitszeit rumgeblödelt, Jack Daniels getrunken und ihn als Idioten bezeichnet hatten - und dies im Internet ausführlich dokumentiert hatten.

"Der Kongressabgeordnete Larsen wurde durch die Vorfälle enttäuscht und nimmt sie sehr ernst", sagte sein Sprecher gegenüber der Washington Post, "er hat klar gemacht, dass er so ein Verhalten nicht toleriert." Eine Stunde, nachdem er informiert worden war, entließ Larsen die drei Assistenten.

Dass es soweit kam, ist vermutlich der Twitter-Affinität des Trios zu verdanken: Über den Microblogging-Dienst hatten sie sich morgens zum Whiskey-Trinken verabredet und auch andere Alkoholeskapaden während der Arbeitszeit twitternd für alle lesbar festgehalten.

Sogar Beleidigungen gegen ihren Chef schickten die drei durch den Twitter-Kanal: "Ich mag D.C. sehr, aber ich hätte noch einen Tag auswärts gebrauchen können. Die gute Seite ist, dass ich meinen idiotischen Boss nicht sehen muss."

Die Twitter-Accounts wurden mittlerweile deaktiviert, zuvor hatte das Journal Daily Marker aber Screenshots aufgenommen. Darunter ist auch dieser Tweet vom 21. Juli zu finden: "Liebe Steuerzahler - ich hoffe ihr stört euch nicht daran, dass ich während meiner Arbeitszeit für die Regierung Clips von Nirvana schaue. Danke, ihr seid die besten."

"Ich war ausgebrannt"

Wie die Washington Post weiter berichtet, waren Seth Burroughs (@TheRocketship1) und Elizabeth Robblee (@betsysbites) als Larsens Rechtsassistenten beschäftigt gewesen. Der dritte im Bunde, Ben Byers (@Byers_Remorse), hatte als Rechtskorrespondent für den Abgeordneten gearbeitet.

In ihrem Blog hatte Robblee bereits Ende November angekündigt, Washington D.C. verlassen und in ihre Heimat an der Westküste zurückkehren zu wollen: "Die langen Nächte, die frustrierende Politik und die ungedankte Arbeit haben ihren Tribut gefordert. Ich war ausgebrannt."

© sueddeutsche.de
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