Der Karrierist

Das macht ihn aus: Sein einziges Interesse gilt einem steilen Aufstieg in die Chefetagen dieser Welt. Wen oder was er dann genau managt, ist ihm eigentlich egal. Hauptsache dickes Gehalt, dicker Firmenwagen und Sekretärin. Das klassische Karrieristen-Fach ist daher BWL, vereinzelte Exemplare sind aber auch unter den Juristen, Medizinern und Ingenieuren zu finden.

Sein Studium folgt einer Strategieplanung nach vorangegangener SWOT-Analyse: Er belegt nur Vorlesungen bei Dozenten mit interessanten Wirtschaftskontakten, bringt zu Karrieremessen den perfekt ausgearbeiteten Lebenslauf mit und pflegt hingebungsvoll sein Xing- und Linkedin-Profil.

Seine erste Wortmeldung in einer Vorlesung: Der Karrierist geht erst nach der Vorlesung auf den Dozenten zu: "Das war wirklich sehr interessant! Wie könnten ja mal zu Mittag essen. Hier haben Sie meine Visitenkarte."

Das isst er in der Mensa: Der Karrierist macht seine Lunch-Dates grundsätzlich nicht in der Mensa, sondern in einem schicken Bistro aus.

Das sagt er nach dem ersten Semester: "Ach wär' ich doch an der EBS/in St. Gallen/in Witten-Herdecke eingeschrieben - da knüpft man doch die besseren Netzwerke."

Bild: Illustration: Jessy Asmus/SZ.de 17. Oktober 2018, 10:142018-10-17 10:14:41 © Süddeutsche.de/lala