Studium:Wohnen in der Blase

Die Miete hoch, das Bafög knapp. Viele Studenten finden keine bezahlbare Wohnung. Bochumer Architekturstudierende haben da eine Idee.

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Bochumer Studierende bauen Wohnblase

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Es ist eng auf dem studentischen Wohnungmarkt - und Besserung ist nicht in Sicht. Bochumer Architekturstudenten treten dem Problem nun auf spezielle Weise entgegen. Ihr Vorschlag heißt Bloon und ist eine Kunststoffblase, die sie in eine Lücke zwischen zwei Häuser gequetscht haben.

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Man betritt das Gebilde über eine Leiter in einer grau-pinken ausrangierten Telefonzelle. Sie ist Eingang, Treppenhaus und Badezimmer zugleich. Oben steht man in einem fast leeren Kugelraum mit lichtdurchlässigen Wänden. Ein hüpfburgartiger Boden bildet eine große Matratze. "Er ist nicht so fest wie ein Betonboden", sagt Alexander Rakow, einer der Studenten, "aber er trägt einen, und es ist ein schönes Gefühl, darauf herumzulaufen."

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Vorausgegangen war dem Projekt ein Wettbewerb zur Frage, wie Studierende künftig wohnen können. Architektur-Dozentin Agnes Giannone erweiterte die Frage im Seminar: "Wie entwickelt sich eine Stadt wie Bochum, die alle Studentenwohnheime außerhalb hat, die sich aber neu erfinden muss und durch ihre Studenten ein wahnsinnig lebendiges Potenzial hat?"

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Anderthalb Jahre haben 20 Studierende an der Umsetzung gearbeitet. Den Großteil der Kosten deckte dabei ein Förder-Programm für neue Ideen für städtisches Zusammenleben des internationalen Chemie-Unternehmens Akzo Nobel. "Das Wohnen der Zukunft ist eine Herausforderung, und das hier könnte eine Antwort darauf sein", erklärt eine Firmensprecherin die Förder-Entscheidung.

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Auf allzu großen Luxus müssen die Bewohner von Bloon allerdings verzichten. Tatsächlich ist die minimalistische Einrichtung eine Konsequenz aus einer Befragung von 277 Bochumer Studierenden, erklärt Alexander Rakow: "Rausgekommen ist, dass die Leute sich heutzutage vor allem auf ihr Bett und auf ihr Laptop beziehen."

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Eine Woche wird Bloon nun in Bochum erprobt. Dabei werden allabendlich Fotos auf die Rückseite der Kunststoffhaut projiziert, die die Bewohner auf einen angeschlossenen Computer hochladen.

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Das Besondere: Die Fotos sollen bleiben, wenn der Bewohner wechselt, erklärt Sandro Engel. Sein Hildesheimer Start-up Urban Invention hat die Projektionstechnik beigesteuert. "Dadurch kann ich als Bewohner in den Erinnerungen anderer Menschen schwelgen und schauen, wie sich der Bloon weiterentwickelt, von Nacht zu Nacht."

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Durch die Telefonzelle führt eine Leiter ins Innere der Blase. Wenn beim Test in Bochum alles klappt wie geplant, will die Studentengruppe mit Bloon auf Reisen gehen.

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Quelle: Marcel Kusch/dpa

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Dann könnten auch bald Baulücken in anderen Städten so futuristisch illuminiert werden wie zurzeit in Bochum.

© SZ.de/dpa/mkoh/sks
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