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Studenten:Kredit als Gefahr

Wenn das Geld nicht reicht, setzen viele Studierenden auf Kredite. Doch die können auch ein Risiko sein, warnen Experten. Je nach Vertrag kann es hässliche Überraschungen für den Kreditnehmer geben, etwa bei einem Studienabbruch.

Von Johann Osel

Mehr als 50 000 Verträge für Studienkredite wurden 2014 in Deutschland abgeschlossen - gut jeder zwanzigste Student setzt auf Kredite, meist bei der bundeseigenen KfW-Bank oder privaten Instituten. Experten warnen nun vor Leichtsinn bei der Aufnahme. Eine Analyse von 31 Angeboten durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zeigt, dass bei den Darlehen vor allem das Thema Studienabbruch problematisch ist. Laut Statistik brechen gut 30 Prozent der Studenten im Bachelor ab - das kann Folgen haben: Die Auszahlung von Krediten, so das CHE, werde bei Exmatrikulation sofort gestoppt, die Rückzahlung werde unter Umständen sofort fällig. Auch könne nicht bei allen Anbietern bei einer Wiederaufnahme des Studiums die Förderung fortgesetzt werden. "Mit einem Studienkredit im Nacken kann nach einem Studienabbruch schnell aus einer persönlichen Krise auch eine Finanzkrise werden", sagte CHE-Experte Ulrich Müller. "Wer sich eher unmotiviert durchs Studium quält und sich nicht sicher ist, den Abschluss überhaupt zu erreichen, sollte die Finger von einem Studienkredit lassen." Gegen Ende eines Studiums sei das anders. Über die Qualität der Kreditangebote müssten sich Studierende dagegen wenig Sorgen machen - Zugang, Kosten und Flexibilität seien in der Regel in Ordnung.

© SZ vom 29.06.2015
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