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Schule:Grundschüler sollen Fehler machen dürfen

Paede empfiehlt daher ebenfalls, in Ihrer Situation unbedingt bei der Schulleitung Rückmeldung zu geben, dass Stoff in der Schule nicht verstanden oder nicht einmal behandelt wird. Sollten Sie von der Schulleitung dasselbe Feedback bekommen wie zuvor von der Lehrkraft (keine Zeit, übervoller Stundenplan), müssten Sie sich an das zuständige Schulamt als nächsthöhere Instanz wenden.

Halten Sie sich bei der Hausaufgabenhilfe zurück

Von Ihrem recht extremen Fall abgesehen, ist es natürlich ganz normal, dass Eltern in der Grundschulzeit ihren Kindern bei den Hausaufgaben ab und an helfen. Sowohl die Grundschulrektorin als auch die Vertreterin des Elternverbands haben dafür unisono einen Tipp: Nehmen Sie sich zurück!

Natürlich gebe es Kinder, die eine enge Führung brauchten und schnell ablenkbar seien, sagt die Rektorin, aber: "Wenn sich Eltern wünschen, dass es ihr Kind ans Gymnasium schafft und dort gut mitkommt, sollten sie sich bei der Hausaufgabenbetreuung während der Grundschulzeit zurückhalten. Nur so kann das Kind lernen, sich selbst zu organisieren." Die Grundschüler sollten so weit wie möglich zur Selbständigkeit erzogen werden.

Zeugnisse

"Das Verhältnis zur Lehrkraft war störungsfrei"

Hausaufgaben machen, lernen, Hefte und Bücher einpacken: All das sollten Grundschüler spätestens in der vierten Klasse großteils alleine schaffen. Denn je mehr Hilfe Grundschüler von den Eltern bekommen, meint die Lehrerin, desto größer werden die Probleme später an der weiterführenden Schule. Insbesondere zwischen der vierten Klasse Grundschule und der fünften Klasse am Gymnasium liege "ein himmelweiter Unterschied", was den Anspruch an die Kinder betreffe. Wer als Elternteil nicht bis zum Abitur im Nebenjob Hausaufgabenbetreuer und Schulcoach sein wolle, müsse daher früh den Mut finden, die Kinder alleine arbeiten zu lassen.

"Beim Hausaufgabenmachen müssen Fehler passieren dürfen", meint auch Henrike Paede vom Elternverband. Nur dann könne der Lehrer am folgenden Tag in der Schule sehen, was die Schüler bereits verstanden hätten und wo es noch Probleme gebe. Der Zeitaufwand für die Hausaufgaben sollte bei Erstklässlern auf keinen Fall 30 Minuten pro Tag überschreiten. Ab der zweiten Klasse ist laut Elternverband eine nachmittägliche Arbeitszeit von maximal einer Stunde angemessen.