Umstellung auf neue Polizeiuniformen:Polizisten fühlen sich belächelt

Lesezeit: 3 min

Apropos Präsenz: Eine Polizistin räumt sogar ein, dass sie "sich schämt" in der grünen Uniform, weil die "irgendwie belächelt wird". Gerade für Frauen sei die Uniform "alles andere als optimal". Die Hosen beispielsweise: Der Schnitt sei antiquiert und der Stoff so fest wie ein Zelt. Entsprechend werden die weiblichen Formen unvorteilhaft betont.

"Viele Kolleginnen ziehen lieber die Herrenhosen an, weil die mehr auf der Hüfte liegen, etwas moderner wirken und nicht so plump sind", sagt sie. Sie wolle auf der Straße einen vertrauenswürdigen und modernen Eindruck vermitteln. Die Kleidung solle bequem, funktional und auch gepflegt aussehen. "Und wir sind in Deutschland nun mal eine Polizei. Warum soll Bayern als einziges Bundesland grün bleiben?"

Der "Tragekomfort" der Uniform lässt zu wünschen übrig

Dass bei der Funktionalität der Uniform Handlungsbedarf besteht, weiß man auch im Innenministerium. Zum einen läuft der Zuliefervertrag mit der Bekleidungsfirma bald aus, zum anderen hat man erkannt, dass der "Tragekomfort" der alten Uniform zu wünschen übrig lässt. In erster Linie wird sich die Arbeitsgruppe also mit einer Verbesserung der Qualität auseinandersetzen. Man wird die Erfahrungen von anderen Bundesländern miteinbeziehen und auch selbst Trageversuche starten.

Kommende Woche will Innenminister Joachim Herrmann die Presse über den neuesten Sachstand informieren. "Der Minister will die Vor- und Nachteile bei der Uniformfarbe ganz genau aufgelistet haben", sagt sein Sprecher Michael Siefener.

Die Entscheidung bleibt abzuwarten. So schnell wird sie wohl nicht fallen. Jürgen Ascherl von der DPolG schlägt vor, ein Präsidium damit zu beauftragen, eine Online-Umfrage bei wirklich allen bayerischen Uniformträgern zu starten. "Alles andere ist nämlich nicht repräsentativ."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema