Sulzemoos:Rettung fürs Besondere

Gesucht wird das erste Kulturerbe Wirtshaus

Schon vor Corona war es für Wirte nicht immer leicht, ihre Betriebe am Laufen zu halten oder einen passenden Nachfolger zu finden. Die Pandemie hat nun aber dazu geführt, dass manche Wirtshäuser ganz schließen müssen.

(Foto: Kulturerbe Bayern)

Kulturerbe Bayern startet Aktion gegen Wirtshaussterben

Die Stiftung und der Verein Kulturerbe Bayern wollen ein Zeichen gegen das Wirtshaussterben in Bayern setzen. Sie suchen ein in seiner Existenz bedrohtes Wirtshaus mit Geschichte, das sie in ihre Obhut nehmen können, teilte die im Jahr 2015 gegründete bürgerschaftliche Initiative am Montag in Sulzemoos mit. Stiftung und Verein wollen das noch auszuwählende Wirtshaus "wieder zu einem lebendigen Ort machen", Eigentümer eines bedrohten Wirtshauses können sich bis Ende Juli für die Aktion bewerben.

Man sei sich natürlich darüber im Klaren, "dass wir mit der Rettung eines einzelnen Wirtshauses nicht das Problem des Wirtshaussterbens lösen", sagte Stiftungs-Vorstandsmitglied Andreas Hänel. Es gehe vielmehr darum zu zeigen, dass es "im Zusammenwirken vieler Kräfte" gelingen könne, ein Wirtshaus mit "besonderem Charme, Geschichte oder Tradition wieder neu zu beleben". Es zähle "die Historie, die Lage und das besondere Gefühl, wenn man das Wirtshaus zum ersten Mal betritt - ganz gleich, ob es in Ober- oder Niederbayern, in Schwaben, in der Oberpfalz oder in Franken steht", sagte Vereinschef Johannes Haslauer.

Hintergrund für die Aktion ist, dass die Corona-Pandemie das Wirtshaussterben im Freistaat vermutlich beschleunigen oder verstärken wird. Viele Wirtshäuser mussten wegen Corona "in einen Dornröschenschlaf fallen" und drohten nun, nicht mehr zu erwachen. Kulturerbe Bayern will über Spenden und Stiftungsgelder ein bedrohtes Objekt übernehmen - und für die Menschen am Ort erhalten und wieder erlebbar machen. Der Verein und die Stiftung haben bereits mehrere historische Gebäude in Bayern erhalten.

Eigentümer bedrohter Wirtshäuser können ihre Bewerbung bis zum 31. Juli 2021 unter www.kulturerbebayern.de einreichen.

© SZ vom 22.06.2021 / SZ, epd
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