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Straubing:Mann liegt tot zwischen 46 Würgeschlangen

Schlangen

Zahlreiche Schlangen aus dem Besitz des toten Züchters aus Straubing sind jetzt in der Reptilienauffangstation in München.

(Foto: Reptilienauffangstation München)

In Niederbayern findet die Polizei einen Schlangenzüchter tot in seinem Terrarienzimmer - mehrere Pythons kriechen frei durch das Haus. Rund 40 weitere Schlangen sind in Terrarien eingesperrt. Die Polizei rätselt über die Hintergründe des Todesfalles.

Ein Arbeitgeber meldet einen Mitarbeiter vermisst. Als Polizei und Feuerwehr am Montag die Tür des Einfamilienhaus des Mannes in Straubing aufbrechen, bietet sich ihnen ein schreckliches Bild: Der 40-Jährige liegt tot vor einem geöffneten Terrarium, mehrere Würgeschlangen kriechen durch das Haus.

Insgesamt 46 Schlangen werden von Mitarbeitern des Straubinger Tierparks und der Münchner Reptilienauffangstation geborgen. Ermittler und Tierretter suchen nun nach Antworten für zwei Fragen: Wie kam der Mann zu Tode? Und: Wohin mit fast 50 Riesenschlangen?

Der 40-Jährige habe in einem Zimmer mit mehreren - zum Teil offen stehenden - Terrarien gelegen, sagte ein Sprecher der Straubinger Polizei am Dienstag. Mehrere Riesenpythons krochen frei im Haus herum, da die Tür des Terrarienzimmers offen stand. Weil der Mann seit einer Woche nicht mehr an seinem Arbeitsplatz erschien, hatte sich sein Chef Sorgen gemacht und die Polizei alarmiert.

Bei den Tieren handelt es sich ausschließlich um Würge-, nicht um Giftschlangen. Zu Spekulationen, der Züchter sei von einer der Schlangen getötet worden, wollte sich der Polizeisprecher nicht äußern. Es könne auch eine natürliche Todesursache vorliegen, Hinweise auf Fremdverschulden oder Selbstmord gebe es jedenfalls nicht. Die Leiche soll an diesem Mittwoch in Erlangen obduziert werden. Da in dem Terrarienzimmer die Temperatur relativ hoch war, sei die Leiche jedoch schon stark verwest, sagte der Polizeisprecher.

Ein "monströses Problem"

Der Leiter der Münchner Reptilienauffangstation, Markus Baur, steht nun vor einem "monströsen Problem", wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. Sämtliche Schlangen wurden noch am Montagabend nach München gebracht. 27 Tigerpythons, elf Netzpythons, sieben Königspythons und eine Anakonda. "Die sind zusammen 116 Meter lang und 337 Kilogramm schwer. Der Wagen unserer Mitarbeiter war deutlich tiefergelegt."