Spitzenkandidat der Freien Wähler Nominierung von Adenauer-Enkel abgesagt

Nach massiver Kritik verzichtet Stephan Werhahn darauf, als Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl in Düsseldorf zu kandidieren. Einige der Mitglieder der dortigen Freien Wähler haben eine rechtsradikale Vergangenheit. In welchem Wahlkreis er jetzt antritt, ist noch nicht klar.

Von Christian Sebald

Der Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl und Adenauer-Enkel Stephan Werhahn verzichtet offenbar auf eine Kandidatur in Düsseldorf. Werhahn bestätigte, dass die Nominierungsversammlung abgesetzt worden sei.

Der Grund sei die rechtsradikale Vergangenheit einiger Mitglieder der Düsseldorfer Freien Wähler. Werhahns Kandidatur in Düsseldorf war deshalb innerhalb der Freien Wähler auf massive Kritik gestoßen.

Einige Freie Wähler aus Mittelfranken warfen dem 59-jährige Anwalt, der in München lebt, eine nicht hinnehmbare Nähe zu Extremisten vor und forderten ihn zum Rückzug auf. Werhahns Nominierung hätte eigentlich am Freitag stattfinden sollen. Sie wurde abgesagt.

Zugleich erklärte Werhahn, dass er auf jeden Fall in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen zur Bundestagswahl antreten wird, und zwar auf Platz eins der Landesliste. Ob er sich auch für eine Direktkandidatur in einem Wahlkreis zur Verfügung stelle, werde aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in enger Abstimmung mit Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger entschieden.

Er habe mehrere attraktive Angebote vorliegen, wann der Beschluss falle, könne er aber noch nicht sagen.