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Sex auf fremdem Auto:Teurer Quickie auf der Motorhaube

Sex auf fremdem Auto - Pärchen vor Gericht

Kläger Rupert Beer zeigt auf sein Auto.

(Foto: dpa)

Nach einer durchzechten Nacht vergnügte sich ein Pärchen auf der Motorhaube eines fremden Autos und richtete einen Schaden von mehreren Tausend Euro an. Die beiden wollten allerdings nicht zahlen - und müssen nun für mehr als das kaputte Auto aufkommen.

Das nächtliche Liebesspiel auf der Motorhaube eines fremden Autos wird für ein Pärchen aus der Oberpfalz teuer. Vor dem Amtsgericht Weiden stimmten am Mittwoch sowohl der klagende Wagenbesitzer als auch der Anwalt der Beklagten einem Vergleich zu. Demnach müssen die beiden fast 2700 Euro für die Reparatur des Autos sowie drei Viertel der Gerichtskosten zahlen.

Der Vergleich wurde sofort rechtskräftig. Das Pärchen war nicht zum Prozesstermin erschienen, hatte im Vorfeld den Akt auf dem Auto jedoch eingeräumt. Das Paar hatte gemeinsam am 27. Dezember in Neuhaus gefeiert - als die beiden die Lust überkam, verschafften sie sich Zugang zur gegenüberliegenden Garage und vergnügten sich auf dem Auto. Am Morgen danach entdeckte die Lebensgefährtin des Wagenbesitzers das zerbeulte Garagentor.

In der Garage fand sie ein benutztes Kondom sowie eine Jacke, einen Schlüsselbund und einen Haarreif an der Windschutzscheibe des Autos. Selbst in der Dachreling steckten Frauenhaare.

Laut Gutachten waren die Motorhaube und ein Stoßfänger zerbeult und zerkratzt sowie das Nummernschild abgerissen. Wäre das Auto normal genutzt worden, hätte ein derartiger Schaden nicht entstehen können, sagte der Kfz-Sachverständige Günter Loreth vor dem Prozess.

Er hatte das Geschehen für sein Gutachten nachgestellt und dafür sogar eine neue Motorhaube an dem Wagen montiert. Demnach war die Frau auf die Haube gesprungen. Um nicht abzurutschen, hatte sie sich mit den Füßen am Nummernschild abgedrückt. Die Kratzer seien durch die Schuhe entstanden.

Ein gefundenes Fressen für die Band

Der Kläger ist der Tubabläser der vom Franken-Fasching bekannten "Altneihauser Feierwehrkapell'n" um den Kabarettisten Norbert Neugirg. Die Band hat die kuriose Geschichte bereits in einem neuen Lied verarbeitet. Der derbe Song heißt "Lack-Fuck" oder die "Motorhauben-Nummer" und soll am kommenden Samstag auf einem Volksfest in Franken uraufgeführt werden.

"Die Geschichte war für unsere Band natürlich ein gefundenes Fressen", sagte Kläger Rupert Beer nach dem Verfahren. In dem Liedtext heißt es unter anderem: "Sie steht auf Garagen und Blech unterm Po, sie mag Motorhauben auf Beckenniveau."

Die beiden Parteien hatten sich bereits im Sommer auf einen Vergleich geeinigt. Auf Drängen der Versicherung des Paares wurde dieser jedoch widerrufen und ein Gutachten erstellt. Da nun feststeht, was der Liebesakt auf dem Auto für Folgen hatte, bleibt dem Paar neben den Kosten auch der Spott.

© Süddeutsche.de/dpa/wolf/mmo/sks

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