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Sebastian Frankenberger im Chat:Frankenberger über Nazi-Vergleiche und Anfeindungen

Sebastian_Frankenberger: Weil ich auch ins Bierzelt gehe. Eine richtige Schweinshaxen mit eine leckeren Apfelschorle ist doch auch was. Wenn, dann brauchen wir eine einheitliche Lösung. Außerdem sind viele Kinder und Jugendliche in Bierzelten. Auch diese haben einen Anspruch auf ein rauchfreies Zelt und ihre Gesundheit.

Santiagochile: Muss es denn zu meiner Freiheit gehören, dass die Leute überall nicht rauchen dürfen, sobald ich dort hinwill, nur, weil es mir so passt? Sollte man nicht auch einmal tolerant sein und sich an die anderen anpassen?

Sebastian_Frankenberger: hmmm.... wie lange waren denn jetzt wir Nichtraucher tolerant? Können jetzt nicht auch einmal die Raucher etwas tolerant sein? Außerdem: Toleranz ist, wenn man draußen raucht!

EagleRN: Aber, wenn der Wirt eben entscheidet, dass er einen Raucherclub hat, zwingt Sie doch niemand, in diese Kneipe zu gehen.

Sebastian_Frankenberger: Aber die Bedienung eben nicht.

EagleRN: Verstehen sie mich nicht falsch, aber ich muss sagen, dass das Argument "die Bedienung" echt mager ist. Wenn ich Angst vor Strahlung habe, arbeite ich ja schließlich auch nicht in einem Atomkraftwerk, auch wenn's der einzige Arbeitgeber ist oder?

Sebastian_Frankenberger: Vergleichen wir bitte nicht Äpfel mit Birnen. Gesundheitsschutz sollte doch wirklich an erster Stelle stehen.

kassandra13: Vielleicht sollte man alles verbieten...

Sebastian_Frankenberger: Also bei Atomkraft, bei Gentechnik, bei Finanzspekulationen, bei Spenden der Wirtschaft an Parteien usw. bin ich gerne dabei.

d0ne: Das Thema ist ja ziemlich emotionsgeladen. Haben Sie sehr viele Anfeindungen in letzter Zeit erlebt und wie wirkt sich der Volksentscheid auf Ihr Privatleben aus?

Sebastian_Frankenberger: Ach es kommen so einige Anfeindungen, in einige Lokalen habe ich mittlerweile auch Hausverbot und die nächtlichen Drohungen nehmen auch wieder zu. Aber Militante gibt es hier auf beiden Seiten. Ich versuche trotzdem immer freundlich zu antworten, außer es geht um Nazi-Vergleiche, da übergebe ich das sofort an meinen Rechtsanwalt. Privatleben .... hmmm .... was ist das?

Schlupu: Lieber Herr Frankenberger, haben Sie eigentlich eine Erklärung dafür, dass das Rauchverbot in Bayern so derart polarisiert? In anderen Bundesländern haben die Landesparlamente das Rauchverbot eingeführt und damit war die Diskussion erledigt.

Sebastian_Frankenberger: Ich glaube, dass es mit dem Hin und Her zu tun hat. Hätte es keine Lockerung gegeben, dann hätte sich jetzt schon alles recht gut eingespielt. Außerdem sind wir Bayern halt einfach ein sehr Leidenschaftliches Volk :-)

matze0210: Hallo! Als Nichtraucher muss ich sehr darüber wundern, mit welchem Sendungsbewusstsein hier alle Gastronomiebesucher mit einem Rauchverbot "beglückt" werden sollen. Ich meine, dass ein Rauchverbot in Restaurants bis 22 Uhr völlig ausreichend wäre. Dann sind die Kinder ohnehin im Bett. Eine Bar ohne Rauchen halte ich für bedenklich, noch mehr gilt das für Clubs.

Sebastian_Frankenberger: Verflüchtigen sich dann plötzlich die Schadstoffe im Passivrauch?

zeitzeuge2010: Wenn der Staat beim Bürgerschutz in der Pflicht steht, dann könnten doch auch Verbote in alle anderen Richtungen ausgesprochen werden. Wo hört aus Ihrer Sicht die Fürsorgepflicht auf und wo beginnt staatliche Bevormundung?

Sebastian_Frankenberger: An erster Stelle sollte mal das Grundgesetz geschützt werden. Auch die Rechte, die sich davon ableiten lassen. Zurzeit hält sich der Staat meines Erachtens in viel zu vielen Bereich heraus, z.B. Finanzsektor oder beim Umweltschutz. Vielleicht sollten wir aber einfach mehr die Bürger entscheiden lassen.

Moderator: Lieber Herr Frankenberger, das Lob unserer Nutzer wollen wir Ihnen auch nicht vorenthalten:

tmma: Ich wollte mich auf diesem Wege mal für Ihr Engagement bedanken und hoffe auf einen positiven Ausgang der Wahl am 4. Juli.

Moderator: Herr Frankenberger, vielen Dank für diesen Chat auch von der Bayern-Redaktion von sueddeutsche.de. Vielen Dank auch an alle Nutzer, die sich an dem Chat beteiligt haben.

Sebastian_Frankenberger: Danke für die Unterstützung und das Lob. Gemeinsam können wir es schaffen!

© sueddeutsche.de/hai
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