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Polizeigewalt in Aschaffenburg:Dann rammt der Polizist ihr die Faust in den Bauch

Statt seinen vollen Namen zu nennen, springt Polizeihauptmeister W. aus dem Streifenwagen und rammt Martina S. unvermittelt seine Faust in den Bauch, dann greift er nach ihrem Arm, nimmt sie in den Polizeigriff und drückt ihren Kopf auf den Motorhaube. Die Handschellen klicken. "Wegen Behinderung der Polizeiarbeit", schnaubt er.

"Ich habe sofort angefangen zu weinen und ihn angefleht, er solle mich in Ruhe lassen", sagt Martina F. Der Beamte verfrachtet sie auf die Rückbank des Polizeiautos. Mit Blaulicht fahren die beiden Polizisten mit Martina F. davon. "Ich habe versucht, dem rasenden Polizeifahrzeug zu folgen. Ich kam mir vor wie in einem Kriminalfilm mit meiner Frau als Hauptverdächtiger eines nicht stattgefundenen Verbrechens."

Nach wenigen Metern gelingt es Martina F., die rechte Hand aus der Schelle zu ziehen. Als die Polizeibeamtin S. dies bemerkt, schreit sie: "Festgenommene befreit sich!" Ihr Kollege W. meldet den Vorfall sofort über Funk der Leitstelle und bremst danach abrupt ab. Er steigt aus dem Auto und reißt die Tür auf. "Ich musste mitansehen, wie er meine Frau auf den Gehsteig zerrte und die Handschellen fixierte, während sie weinend auf dem Boden lag." Martina F. muss wieder einsteigen.

Vor der Polizeidienststelle erklärt die Frau den beiden Polizisten, dass sie so lange im Fahrzeug warten werde, bis ihr Mann angekommen sei. "Ich wollte sichergehen, dass noch eine weitere Person von dem Verhalten der Polizeibeamten Kenntnis hat." Hauptmeister W. blafft: "Ich entscheide, was hier geschieht", und packt Martina F. an den Haaren. Sie stolpert aus dem Auto. W. schleift sie mehrere Meter über den Boden.

In der Polizeistation erwartet man nach der Funkankündigung einen Schwerverbrecher und durchsucht Martina F. nach Waffen und Drogen. Eine Beamtin fragt, ob sie Medikamente genommen habe. "Nein, habe ich damals geantwortet. Heute müsste ich leider Ja sagen. Denn inzwischen nehme ich Antidepressiva und Tabletten gegen die Angstzustände", sagt Martina F.

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