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Panne bei Corona-Tests:Opposition kritisiert Krisenmanagement

Die Opposition hat angesichts der Panne an den bayerischen Teststationen massiv Kritik am Krisenmanagement der Staatsregierung geübt. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass rund 900 Menschen, die an den Testzentren positiv auf eine Covid-19-Infektion getestet worden waren, bisher nicht darüber informiert worden waren. Dieses "Test-Debakel" sei der "bislang größte und folgenschwerste Fehler bei der Pandemie-Bekämpfung in ganz Deutschland", teilte Ludwig Hartmann mit, Vorsitzender der Landtagsfraktion der Grünen. Horst Arnold, Chef der SPD-Landtagsfraktion, sieht die Staatsregierung durch das "immer neue Ankündigungsfeuerwerk" von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überfordert. Hätte man sich bei der Planung mehr Zeit genommen, hätte sich der Schaden vermeiden lassen. Bayerns FDP-Chef Daniel Föst sagte, es sei ein "Armutszeugnis", dass "nach einem Skandal dieses Ausmaßes niemand persönliche Konsequenzen zieht". Melanie Huml (CSU) sei als Gesundheitsministerin nicht mehr tragbar. Auch Söder könne sich als Vorsitzender der Staatsregierung nicht aus der Verantwortung stehlen, nachdem er sich "zum größten aller Krisenmanager gekürt und den Menschen auch mit den kostenlosen Tests das Versprechen gegeben" habe, dass man sich um sie kümmern werde. "Das Gegenteil ist nun leider der Fall. Dadurch ist jetzt sehr viel Vertrauen verspielt worden." Für die AfD zeigt das Chaos "den wahren Charakter der Regierung Söder". Entscheidungen würden "als PR-Maßnahmen getroffen, als solche medienwirksam präsentiert, doch ihre Umsetzung in der Realität widerspricht dem schönen Schein", teilten die Abgeordneten Gerd Mannes und Andreas Winhart mit. Generell findet die Fraktion, dass angesichts der vielen Corona-Maßnahmen sich die Bevölkerung "nicht mehr von Angstmacherei beirren lassen" dürfe.

© SZ vom 14.08.2020 / maxi, sz

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