bedeckt München 17°
vgwortpixel

Niederbayern:Einer der letzten Zirkusbären Deutschlands beschlagnahmt

Der Braunbär als "Big Grizzly".

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)
  • In Plattling ist ein Braunbär aus seiner Box bei einem fahrenden Zirkus geholt worden, nun soll er artgerecht untergebracht werden.
  • Tierschützer hatten seine Auftritte schon seit Jahren kritisiert.
  • Am Freitag berät der Bundesrat über ein bundesweites Wildtierverbot.

Ben darf nicht im Zirkus bleiben: Der Braunbär, einer der letzten Zirkusbären in Deutschland, ist in Niederbayern beschlagnahmt worden.

Der 22 Jahre alte Bär sei aus seiner Box eines fahrenden Zirkus auf dem Volksfestplatz in Plattling im Landkreis Deggendorf geholt worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Wohin das Tier nun kommen soll, wollte der Sprecher nicht mitteilen. Bei der Aktion war demnach ein Amtstierarzt anwesend.

Auftritte wurden mehrfach kritisiert

Nach Angaben der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" handelt es sich bei dem Tier um den letzten Bären in einem fahrenden Zirkus. Der Bär spielte 2004 als "Big Grizzly" in dem Fantasy-Film "George und das Ei des Drachen" zusammen mit Patrick Swayze. Allerdings ist er kein Grizzly, sondern ein Braunbär.

Viele seiner Auftritte sind von Tierschützern kritisiert worden. "Vier Pfoten" will sich nun dafür einsetzen, dass der Bär in eine Auffangstation ins mecklenburgische Müritz kommt, um dort in artgerechter Haltung seine letzten Jahre zu verbringen.

Nach Polizeiangaben war es am Montag bereits vor der Beschlagnahmung zu Tumulten zwischen Tierschützern und Mitarbeitern des Zirkus gekommen. Als die Polizei anrückte, hatte der Besitzer des Bären zudem versucht, mit dem Tieranhänger zu fliehen, und dabei einen Zaun durchbrochen.

Bär alleine zurückgelassen

Anlass der Beschlagnahmung des Bären durch die Veterinärbehörde Deggendorf war offenbar, dass der Zirkus den Bären zwei Mal innerhalb einer Woche alleine zurückgelassen hatte. Nach Angaben der Polizei war Ben in eine verdunkelte Gitterbox gesperrt worden. An den eigentlichen Auftrittsorten durfte der Bär wegen eines kommunalen Wildtierverbotes nicht bleiben.

Am Freitag wird im Bundesrat über ein bundesweites Wildtierverbot beraten. "Die Beschlagnahmung von Braunbär Ben ist ein starkes Signal gegen die Wildtierhaltung in Zirkussen", sagte Denise Schmidt von "Vier Pfoten". Noch immer fristeten in Deutschland Hunderte Wildtiere wie Löwen und Tiger ein elendes Leben in engen Zirkuswagen.

© Sz.de/dpa/ebri

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite