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Marktl am Inn:Schmiererei am Papst-Geburtshaus

Ein Unbekannter hat das Papst-Geburtshaus mit einer Aufschrift verunstaltet. Das ist nicht der erste Vorfall.

Auf das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. in Marktl am Inn ist erneut ein Farbanschlag verübt worden. Eine Zeugin habe den in blauer Farbe geschriebenen obszönen Schriftzug am Dienstagmorgen entdeckt, teilte die Polizei in Marktl mit.

Ein Polizeisprecher sagte, es lasse sich ein Zusammenhang zum Skandal um den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche herstellen. Der Theologische Leiter des Geburtshauses, Ludwig Raischl, widersprach dieser Einschätzung. Der Täter habe einen "Satz mit Schimpfwörtern" hingeschmiert, die aber keinen Zusammenhang zuraktuellen Debatte hätten.

Die etwa 30 Zentimeter großen Buchstaben wurden offenbar mit einer Lacksprühdose angebracht. Den Schaden bezifferte die Polizei auf etwa 1500 Euro. Der Text wurde bereits kurz nach seiner Entdeckung wieder übermalt.

Anwohner des Geburtshauses erinnerten daran, dass auch kurz vor dem Besuch des Papstes in Marktl im Jahr 2006 zwei Farbbeutel an das Haus geworfen worden waren. Auch damals war die Farbe umgehend übermalt worden. Einen Tag vor dem Besuch des Papstes in seinem Geburtsort, verübten Unbekannte einen Farbbeutelanschlag.

Das Landeskriminalamt setzte eine Belohnung von 2000 Euro aus, trotzdem wurde der Fall laut Polizei bis heute nicht aufgeklärt. Einige Monate später wurde die Papst-Benedikt-Büste in Traunstein beschmiert. Unbekannte Täter sprühten auf das erst wenige Tage zuvor feierlich enthüllte Denkmal mit roter Farbe den Schriftzug "Gott ist an allem Schuld".

Der Theologische Leiter des Papst-Geburtshauses hat auch bei der zweiten Verunstaltung des Gebäudes "keine große Hoffnung", dass der Täter gefasst wird. "Was diesen Menschen dazu bewogen hat, wissen wir nicht", sagte Raischl. Ihn ärgere die "Schmiererei" zwar. Doch stünden diesem einen Täter rund 100.000 Menschen gegenüber, die das Geburtshaus seit der Eröffnung vor drei Jahren besichtigt hätten. Daher wolle er sich mit dem Vorfall "nicht länger beschäftigen".

Der Papst wurde am 16. April 1927 in der nahe dem Wallfahrtsort Altötting gelegenen kleinen Gemeinde geboren und verbrachte dort seine ersten Lebensjahre. Nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche erstand eine katholische Stiftung für einen Millionenbetrag das Geburtshaus und baute es um, inzwischen ist dort eine Dauerausstellung über das Leben Joseph Ratzingers untergebracht. Die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst jährt sich am kommenden Montag zum fünften Mal.