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Lastwagen-Verkehr:Cipra fordert höhere Maut für die Alpen

Die Alpenschutzkommission Cipra und die ihr angeschlossenen Umweltverbände fordern eine Maut für den Lkw-Verkehr über die Alpen, die auch eine Abgeltung der Schäden an der Gesundheit der Menschen und der Umwelt an den Transitstrecken vorsieht. "Wir müssen den Alpenschutz voranbringen", sagt der Cipra-Vizepräsident in Deutschland, Stefan Witty. "Das gilt für Schutz der Menschen und der Natur an den Transitachsen gleichermaßen." Grund des Vorstoßes sind die aktuellen Verhandlungen in der EU über eine Neufassung der sogenannten Wegekostenrichtlinie. Sie regelt die Autobahnmaut für Nutzfahrzeuge.

Nach Vorstellung der Cipra soll die Lkw-Maut für den Alpentransit grundsätzlich teurer sein als in flachen Regionen. Außerdem soll sie nach den tatsächlichen Kilometern berechnet werden, die ein Lkw zu seinem Zielort zurücklegt. Witty zufolge ist nämlich speziell die Lkw-Maut über den Brenner so günstig, dass Speditionen oft Hunderte Kilometer Umweg über den Pass in Kauf nehmen, um Kosten zu sparen. Laut Cipra ist die Entlastung der Brenner-Route seit langem überfällig. Sie ist der mit Abstand am meisten frequentierte Alpentransit. Aktuell werden am Brenner pro Jahr etwa 2,5 Millionen Laster gezählt. Das sind mehr als an allen anderen großen Alpenpässen zusammen. Und zwar trotz aller Proteste und Gegenmaßnahmen in Tirol. Das Ringen um die Wegekostenrichtlinie geht seit Jahren. Die Einigung auf eine Einbeziehung der Umwelt- und Gesundheitsschäden durch den Lkw-Verkehr und der anderen Forderungen scheitert laut Cipra bisher am Veto vor allem Deutschlands, Italiens und Hollands.

© SZ vom 06.06.2020 / cws

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