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Kratzers Wortschatz:Gamskampler und waxe Damen

Originelle Bandnamen sind im besten Fall sprachlich lehrreich, bestimmte Frauen sind im schlechtesten Fall zu meiden

Gamskampler

Mehr als 250 Bands und Solisten haben beim Heimatsound-Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks (BR) teilgenommen. Sieger wurde eine Band, deren Name noch origineller klingt als ihre Musik. Das schräg gekleidete Trio nennt sich Gamskampler. Der Bandname erschließt sich recht schnell, wenn man weiß, dass die Musiker aus der Nähe von Oberammergau herstammen, wo ja die Wege zur Gams nicht weit sind. Ob die Burschen schon einmal eine Gams gekampelt haben, wissen wir nicht. Der BR hat den Begriff Gamskampler kurzerhand mit "Gämsenkämmer" übersetzt. Dies zeigt, dass nur die bayerische Variante dem Ohr schmeichelt. Das Verb kampeln bedeutet tatsächlich kämmen. Im übertragenen Sinn steht der Gamskampler aber für eine ungeschickte Person. Als solche inszenieren sich die drei Burschen auch in ihren Bühnenshows, die sie gut gekampelt bestreiten. Auch Gerhard Polt verwendet das Verb kampeln. In seinem Buch "Hundskrüppel" beschreibt er eine Frau, "die ganz streng die Haare nach hinten gekampelt hatte."

wax

Auf dem Land draußen duftet gerade das Heu. Frisch gemähte Wiesen verführen einen geradezu zum Barfußlaufen. Ist das Gras noch widerborstig, sticht es an den Fußsohlen, der Boden ist dann wax. Auch Marile Gloecklhofer ist früher gerne barfuß gelaufen, wie sie uns geschrieben hat. Ein Weg mit Kieselsteinen war aber sehr wax. Wenn sich ihr Vater nicht rasiert hatte, waren seine Wangen dagegen waxig. Da wurde und wird genau unterschieden. In Wörterbüchern wird wax als scharfkantig und spitz erklärt. Aber auch ein Mensch kann wax sein. Trotz Genderdebatte muss man festhalten, dass es überwiegend Frauen sind, denen ein waxer Charakter zu eigen ist. Wenn es über eine Person heißt: "Des is a ganz a Waxe!", dann sollte man bisweilen einen Bogen um sie machen.