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Kratzers Wortschatz:"Die Fürstin is a bissl gschupft"

Die Regentin von Monaco macht auf eine Berichterstatterin offenbar einen leicht verrückten Eindruck

Bleame

Zuletzt ist Bayerischen Fernsehen mehrfach aufgefallen, dass die dialektale Form des Wortes Blume nicht mehr bekannt ist. Selbst Mundartsprecher verwenden die Pluralform Bluma. Das ist gut gemeint, aber daneben. Sogar in der mundartlich geprägten Serie "Dahoam is Dahoam" ist Bluma die Standardform. Nur Werner Rom, der den Landrat Schattenhofer spielt, sagt ordnungsgemäß Bleame. Richtig macht es Gerd Holzheimer in seiner Übersetzung des Kultbuchs "Der kleine Prinz" (Da kloa Prinz). Dort ist zu lesen: "Er hod überhaupts koa Ahnung ned wia Bleame duften." Bleame drückt auch den Singular aus. Der Sprachforscher Hans Ulrich Schmid schreibt, bei Wörtern wie Radl, Biachl, Schuabandl und Bleaml habe die Verkleinerungsform die normalen Wortentsprechungen verdrängt. Warum? Die Diminutive waren laut Schmid seit jeher häufiger im Gebrauch als nicht verkleinerte Wörter.

gschupft

Die Kolumnistin Marie Waldburg hat neulich in der BR-Sendung "Ringlstetter" über das Leben der Reichen und Schönen erzählt. In Monaco, sagte sie, habe sie das einzige Hochzeitsinterview des Fürstenpaares Albert und Charlène bekommen. "Der Albert is ja total nett", plauderte sie, "aber sie (die Fürstin) is a bissl gschupft." Gastgeber Hannes Ringlstetter pflichtete feixend bei: "Gschupft is genau der richtige Ausdruck." In Bayern wird gschupft vor allem auf Frauen angewendet. Über "gschupfte Mütter" lästerten Gerhard Polt und die Well-Brüder in ihrem Stück "Ekzem Homo". Beliebt ist das Schimpfwort "gschupfte Henna" (in der Tölzer Gegend: drapfte Henna). Als gschupft gilt eine Frau, die leicht verrückt oder zickig ist oder sich für was Besseres hält. In Österreich hat sich das Wort im Lied "Der gschupfte Ferdl" erhalten. So nennt man in Wien einen geschniegelten Gecken, der ein Luxusleben führt, aber seine Familie vernachlässigt.