Hoffnung für das Alpamare Bürgerbegehren für das Spaßbad

Steht vor dem Aus: das Spaßbad Alpamare in Bad Tölz.

(Foto: Manfred Neubauer)

Das Alpamare in Bad Tölz steht vor dem Aus. Gegen eine Schließung regt sich nun jedoch Widerstand, Geschäftsleute und Wirte wollen mit einem Bürgerbegehren erreichen, dass die Stadt in das sanierungsbedürftige Privatbad investiert.

Von Klaus Schieder

Bad Tölz ist bekannt für seinen Knabenchor, seinen Eishockeyclub und die Fernsehserie "Der Bulle von Tölz". Die Stadt hat aber noch einen anderen Werbeträger: Das Spaßbad "Alpamare" mit Rutschen, Wellenbecken und Indoor-Surfen lockt jährlich etwa 200 000 Gäste an. Nun steht die Einrichtung vor dem Aus, nachdem sich die Kommune und der Betreiber Jod AG nicht auf ein Zukunftskonzept verständigen konnten. Dagegen regt sich jedoch Widerstand unter Alpamare-Beschäftigten, Gastgebern, Gastronomen und Einzelhändlern. Sie wollen mit einem Bürgerbegehren erreichen, dass die Stadt in das sanierungsbedürftige Privatbad investiert.

Seine besten Zeiten hat das in den Siebzigerjahren gebaute Alpamare hinter sich. Eine halbe Million Besucher pro Jahr, das war einmal. Im Münchner Umland gibt es längst starke Konkurrenz wie die Erdinger Therme, das Tölzer Spaßbad erscheint da eher wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Zudem sind die Eintrittspreise vergleichsweise hoch, weil die Stadt nicht, wie andernorts, Zuschüsse an den Betreiber zahlt. Man kämpfe deshalb "mit ungleich langen Spießen", sagt Anton Hoefter, Chef der Jod AG.Ein Jahr lang dauerten seine Gespräche mit der Stadtverwaltung über eine gemeinsame Lösung, am Ende blieben sie ohne Erfolg.

Das komplizierte Vertragskonstrukt sah vor, dass die Kommune einen Teil des Alpamare-Areals erwirbt, um dort ein neues Wellnessbad einzurichten. Sie gab zahlreiche Gutachten in Auftrag und ließ unter anderem die Bausubstanz der Gebäude untersuchen. Auf dieser Basis kam der Stadtrat zu dem Schluss, dass es besser sei, einen Trakt des Alpamare gleich ganz abzureißen und das Spa neu zu bauen.

Das wollte Hoefter jedoch nicht. Aus zwei Gründen: Zum einen wäre es wegen der langen Bauzeit schwierig, Gäste zurückzugewinnen, zum anderen müsste er Mitarbeiter entlassen, argumentierte er. Stattdessen schlug der Chef der Jod AG eine "Sanierung im Bestand" vor, sprich: eine Umgestaltung, ohne das Bad dafür schließen zu müssen. Dies wiederum lehnte der Stadtrat wegen unwägbarer finanzieller Risiken ab. Auch über den Kaufpreis waren sich beide Seiten uneins.

Mit dem Abbruch der Verhandlungen wollen sich die Unterstützer des Bürgerbegehrens nicht abfinden. "Es wäre fürchterlich, wenn das Bad geschlossen wird", meint Susanne Hofmann, die als Inhaberin des "Tölzer Kasladens" das überregional bekannte Käsefestival in der Kurstadt organisiert. Sie wirft dem Stadtrat vor, nicht zu erkennen, wie wertvoll die Werbemarke Alpamare für den Tourismus in Tölz sei. Den vagen Plan der Stadt, nun ein eigenes Spa am Rande des Kurviertels zu errichten, bezeichnet sie als "einen Schmarrn".

René Großkunz, Restaurantleiter im Hotel Jodquellenhof und einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, geht es nach eigener Aussage nicht nur um die Touristen, sondern auch um die Alpamare-Beschäftigten. "Die Mitarbeiter stehen sonst alle auf der Straße", befürchtet er.

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