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Hilpoltstein:Neues Projekt gegen Wilderei

Plattform soll helfen, mehr Fälle von Naturschutzkriminalität aufzuklären

Über Jahre hinweg haben Wilderer im Bayerischen Wald streng geschützte Luchse getötet. In der Oberpfalz und Niederbayern, aber auch in Franken stellen Wilderer schon beinahe regelmäßig Greifvögeln nach. Selbst wenn Tierschützer oder Behörden hohe Belohnungen für Hinweise auf die Täter ausloben, bleiben diese meistens unentdeckt. Damit sich das ändert, haben der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und die Gregor-Louisoder-Umweltstiftung nun das Projekt "Tatort Natur" gestartet. Auf der gleichnamigen Internet-Plattform (www.tatort-natur.de) können Zeugen von Wildereien den Organisationen ihre Beobachtungen melden. "So kann jeder mithelfen, etwas gegen Naturschutzkriminalität zu tun", sagt der LBV-Mann Andreas von Lindeiner, der das Projekt leitet. "Außerdem wollen wir mit der Plattform im Bewusstsein der Bevölkerung verankert, dass Wilderei eine Straftat ist." Den wenigsten Menschen sei bewusst, dass in Bayern streng geschützte Tierarten wie Luchs, Rotmilan oder Fischotter Opfer illegaler Tötungen durch Giftköder, Fallen oder Schüsse werden. Mit Hilfe der Plattform sollen möglichst viele Verdachtsfälle von Wilderei dokumentiert, auf einer Landkarte visualisiert und - so weit möglich - strafrechtlich verfolgt werden. Außerdem sollen alle auf diese Weise bekannt gewordenen Fälle in einem jährlichen Bericht gesammelt und veröffentlicht werden. Im Frühjahr 2020 veranstalten der LBV und die Umweltstiftung im oberpfälzischen Cham eine Tagung über Naturschutzkriminalität. In dem gleichnamigen Landkreis sind in der Vergangenheit besonders viele Wildereien bekannt geworden.