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Hilpoltstein:Nachwuchs bei Störchen

Vogelschützer melden mehr als hundert Neuansiedlungen

Mehr als 700 Storchenpaare brüten in diesem Jahr in Bayern. Damit gab es mehr als hundert Neuansiedlungen, meldet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Mittwoch. Überraschend sei die Entwicklung nicht, sagt Storchenexpertin Oda Wieding.

Die Population des Weißstorchs im Freistaat wächst seit Jahren. "Da in Bayern ein Großteil des Storchenbestands über eine ungefährlichere westeuropäische Route in den Süden zieht und oft schon in Spanien überwintert, gibt es bei uns immer mehr Störche", sagt Wieding. Storchenpaare siedelten sich häufig in der Nähe bestehender Nester und auch in Talauen an. So nisten viele Störche zum einen in bestehenden Kolonien, zum anderen sind 2020 auch neue Nistgemeinschaften entstanden. Besonders in Schwaben und Mittelfranken gebe es viele Brutplätze.

Insgesamt rechnet der LBV zwar nur mit einer "durchschnittlichen Bilanz", ist aber trotzdem zufrieden. Nach Regenfronten im Mai und im Juni hatte der Landesbund befürchtet, dass einige Störche wegen der Nässe und Kälte ihre Brutplätze aufgeben könnten. Das habe sich nun allerdings als weniger schlimm erwiesen. In Oberfranken, Niederbayern und der Oberpfalz rechnet der LBV dennoch damit, dass etwa 30 Prozent der Störche keinen Bruterfolg haben. In den anderen Regierungsbezirken gehe man von einem "gutem Bruterfolg" aus, so Wieding.

Obwohl die Erfassung und Auswertung in diesem Jahr durch Corona erschwert wurde, sind laut LBV Daten zu fast allen Storchennestern in Bayern gesammelt und ausgewertet worden. Mehr als 300 ehrenamtliche Storchenbetreuer hatten in den vergangenen Monaten die Storchennester im Freistaat beobachtet. Lediglich zu 189 Nestern sind noch keine Informationen eingegangen. Der Landesbund für Vogelschutz ist zuversichtlich, dass auch in einigen davon weiterhin Storchenpaare brüten.

Wer sich für die Flugroute der bayerischen Weißstörche interessiert, kann sie online über www.lbv.de/senderstoerche nachverfolgen.

© SZ vom 20.08.2020 / Kau

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