Fall Mannichl Ermittlungen führen ins Nichts

Vor zwei Jahren wurde der damalige Passauer Polizeichef Alois Mannichl niedergestochen. Bis heute ist der Fall ungeklärt - und wahrscheinlich wird das auch so bleiben.

Von Max Hägler

Zwei Jahre nach dem Anschlag auf den damaligen Passauer Polizeichef Alois Mannichl tappen die Ermittler weiter im Dunkeln. Die Staatsanwaltschaft in Passau teilte mit, es würden noch 45 Spuren bearbeitet, allerdings sei weiterhin keine "heiße Spur" dabei. Über 3000 hat die einst 50 Mann starke Sonderkommission bislang verfolgt. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) seien derzeit noch drei Beamte mit dem Fall beschäftigt.

Vor zwei Jahren war der Passauer Polizeichef Alois Mannichl niedergestochen worden.

(Foto: ddp)

Und wie es aussieht, wird der Vorgang nun bald zu den Akten gelegt. "Man muss auch mal sagen können, dass man den Deckel ohne Ergebnis zumacht", sagte LKA-Sprecher Detlev Puchelt. Einen konkreten Zeitpunkt könne er nicht benennen, aber es stelle sich irgendwann die Frage, wo Personal am effektivsten eingesetzt werden soll. Überprüft werden derzeit noch einige Handybesitzer, deren Geräte zum Tatzeitpunkt in Fürstenzell bei Passau angeschaltet waren.

Bisher kein Ergebnis brachte die mutmaßliche Tatwaffe: ein Küchenmesser, auf dem "Mischspuren" haften, vermutlich von verschiedenen Personen. Die Waffe, wie auch die 2000 Befragungen würden archiviert und könnten sofort herangezogen werden, "wenn doch noch einmal konkrete Hinweise auf die Tat auftauchen sollten", sagte Puchelt.

Der Polizeibeamte Alois Mannichl war am frühen Abend des 13. Dezember 2008 niedergestochen worden. Nach Mannichls Angaben habe es an der Tür geklingelt und ein Unbekannter habe ihn mit den Worten empfangen: "Viele Grüße vom nationalen Widerstand." Dann sei es zu einem Gerangel gekommen, und er sei mit einem Messer in den Bauch gestochen worden. Wie sich herausstellte, stammte das Messer aus Mannichls Haushalt und war nach einer Adventsfeier auf dem Fensterbrett vergessen worden. Die Worte "Nationaler Widerstand" deuteten auf einen rechtsextremen Hintergrund hin.

In den Tagen nach dem Angriff wurden zahlreiche Neonazis in Bayern, Tschechien und Österreich überprüft - allerdings ohne Ergebnis. Mannichl hatte den Ermitteln nach der Tat Versäumnisse vorgeworfen, so seien etwa keine Fingernagelproben bei ihm genommen worden. Das habe die Suche nach dem Täter erschwert, und deswegen sei zwischenzeitlich auch seine Familie ins Visier der Ermittler geraten. Die federführende Staatsanwaltschaft warf Alois Mannichl daraufhin "nicht unerhebliche" Widersprüche bei seinen Aussagen vor. Mannichl ist mittlerweile Chef der niederbayerischen Kriminalpolizei in Straubing.