Versöhnung mit ehemaligem Augsburger Bischof Mixa darf wieder

Zu einer "Zeit des Schweigens" hatte der Papst den früheren Augsburger Bischof Walter Mixa verdonnert - nun soll diese Zwangspause zu Ende sein. Sein Nachfolger Konrad Zdarsa reicht Mixa die Hand zur Versöhnung. Aktiv werden im Bistum soll der Ex-Bischof jedoch nicht.

Von Stefan Mayr

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa will seinem umstrittenen Vorgänger Walter Mixa die Rückkehr in die Mitte der Kirche ermöglichen - allerdings außerhalb des Bistums Augsburg, wie er betont. "Man könnte sagen, dass die Zeit der Heilungen und des Schweigens eigentlich so vorbei ist", sagte Zdarsa am Dienstag in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Das Augsburger Bistum möchte sich mit seinem ehemaligen Oberhirten Walter Mixa versöhnen - eine tragende Rolle soll der frühere Bischof jedoch nicht übernehmen.

(Foto: dpa)

Damit könnte Mixa also wieder verstärkt seelsorgerisch tätig werden - allerdings nicht im Bistum Augsburg, wie Zdarsa sogleich betonte. "Es ist aber undenkbar, dass mein Vorgänger jetzt hier vortreten würde, um Firmungen vorzunehmen", so Zdarsa. "Das würde niemand bejahen."

Helmut Mangold, der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Bistum, begrüßte die Worte Zdarsas, empfahl Bischof Mixa allerdings eine demütige Reaktion: "Es wäre sicher sinnvoll, wenn Bischof Walter formal um Entschuldigung bittet, das würde die Sympathie für ihn stärken."

Mixa war im Frühjahr 2010 nach einer Prügel- und Finanzaffäre zurückgetreten. Ihm wurde vorgeworfen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen zu haben. Mixa leugnete zunächst und drohte mit rechtlichen Schritten, dann räumte er doch ein, "die eine oder andere Watschn" verteilt zu haben. Papst Benedikt XVI. nahm den Rücktritt an und verordnete Mixa eine "Zeit des Schweigens, der Sammlung und des Gebets".

Im Januar 2011 hatte sich Mixa offenbar ohne Rücksprache mit dem Papst zurückgemeldet und eine Vortragsreise mit einem ehemaligen Personenschützer angekündigt. Wenig später zog Mixa diese Pläne aber wieder zurück - höchstwahrscheinlich hatten höhere Kirchenkreise interveniert.

Drei Monate später, im April, machte er einen weiteren Anlauf: Anlässlich seines 70. Geburtstages kündigte er eine eigene Internet-Seite an, mit der er sich an der sogenannten Neuevangelisierung beteiligen wolle. Auch dieses Vorhaben zog er kurzfristig wieder zurück. Seit einem Jahr wohnt Mixa in der Villa Barbara in Gunzenheim (Landkreis Donau-Ries, Bistum Eichstätt), mitunter hielt er Referate oder konzelebrierte bei Gottesdiensten - stets außerhalb des Bistums Augsburg. Vor einer größeren Öffentlichkeit trat er zuletzt in Freiburg in Erscheinung, als er im Kreise der anderen deutschen Bischöfe dem Papstbesuch beiwohnte.