BayernLB Auf die Landesbank kommen Veränderungen zu

Theo Zellner, Chef des bayerischen Sparkassenverbandes, bestätigte der Süddeutschen Zeitung: "Wir sind sowohl mit dem Finanzministerium und der Bank seit kurzem über den Lastenbeitrag der Sparkassen im Gespräch." Auch er hofft nun auf Fortschritte im Beihilfeverfahren. "Wir sind zielorientiert. Auch die Sparkassen wollen, dass das Verfahren zu Ende gebracht wird." Zu Größenordnungen wollte er sich jedoch nicht äußern.

Die Sparkassen kommen nicht länger an einem stärkeren eigenen Beitrag vorbei. Jetzt geht es um den Preis. Diskutiert werden zwei Wege, wie sich die Sparkassen an der Rettung beteiligen können. Es zeichnet sich ab, dass die Sparkassen der BayernLB die Landesbausparkasse (LBS) abkaufen. Das wollen sie schon lange. Weil die Sparkassen heute schon einen Großteil der Finanzprodukte der LBS vertreiben, fühlen sie sich als der natürliche Partner. Ein Kaufpreis, der zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro liegt, wird momentan in Regierungskreisen diskutiert. Aber den Sparkassen ist das offenbar zu teuer. Zellner hat Seehofer einen Brief geschrieben. Aus seiner Sicht überfordert der Freistaat die Sparkassen. Wie die SZ erfuhr, haben sie ihrerseits ein Gutachten in Auftrag gegeben, um den Wert der LBS zu ermitteln. "Bei der Landesbausparkasse muss ein fairer Preis auf Basis der Bewertungsgutachten ausgehandelt werden", erklärte Zellner.

Je nachdem wie viel Geld über den Kauf der LBS erlöst wird, steht noch ein zweiter Weg offen: Die Sparkassen könnten stille Einlagen bei der Landesbank von etwa 800 Millionen Euro in Eigenkapital umwandeln. Auch hierzu äußert sich Zellner nur zurückhaltend: Dies sei nur "bedingt geeignet", weil jede Sparkasse für sich über ihre stillen Einlagen zu entscheiden habe und daher manche Institute mehr, andere weniger bei der Landesbank engagiert seien. Beim Sparkassenverband ist man der Meinung, mit dem Verlust großer Anteile der Landesbank habe man schon genug geblutet.

Auch auf die Landesbank selbst kommen große Veränderungen zu. Sie wird nach dieser Krise eine andere Bank sein. Söder beschreibt das so: "Weniger international, mehr regional, weniger Konzerne, mehr Mittelstand, weniger Politik, mehr Unabhängigkeit." Von der Wohnungsbaugesellschaft GBW wird sie sich wohl ebenso trennen wie von der LBS. Die ungarische Tochterbank MKB, die nur Probleme macht, wäre sie wohl schon los, wenn es denn Käufer gäbe. Auch das Amerika-Geschäft soll die Landesbank zurückfahren, womöglich sogar weitgehend aufgeben. Es wird eine kleine Landesbank übrigbleiben. Eine, die nie wieder so einen großen Schaden anrichten können soll.